Auch Spitzenmanager müssen gehen
Sportportale: Entlassungen sollen aus der Krise helfen

Mit massiven Entlassungen wollen die in die Krise geratenen Sportportale wieder flott werden. So zum Beispiel der britische Internet-Anbieter Sportal.com, bei dem erstmals auch ein Spitzenmanager gehen muss.

Der britische Internetanbieter Sportal.Com muss schon zum zweiten Mal in diesem Jahr Personal abbauen. Das Sport-Portal entlässt Anfang Mai wieder 20 Angestellte, schon im Februar hatten 35 Angestellte ihren Schreibtisch räumen müssen. Diesmal ist mit Vize-Präsident Stephen Nutall, der rechten Hand von Gründer und Chef Rob Hersov, auch ein Spitzenmanager betroffen. Wir haben weitere Leute entlassen müssen, damit wir im ersten Quartal 2002 profitabel werden", bestätigte Sportal-Sprecher Mark Thursfield. Statt 300 Angestellten zu Jahresbeginn beschäftigt das Unternehmen jetzt nur noch 245 Mitarbeiter.

Die Entlassungen sind jetzt das letzte Mittel, um Kosten einzusparen und die Vorgaben der Investoren zu erfüllen. Schon die ersten 35 Mitarbeiter waren entlassen worden, weil die bisherigen Geldgeber nur unter dieser Bedingung bereit waren, weitere 15 Millionen Mark (5 Millionen britische Pfund) zu geben. Neben Gründer Rob Hersov haben sich bekannte Firmen wie Nomura, 3i, die Finninvest des italienischen Medienmoguls Silvio Berlusconi und der englische Pay-TV-Kanal BskyB, der zum Imperium des Australiers Rupert Murdoch gehört, finanziell engagiert.

Neue Investoren fordern Kostensenkung

Zur Zeit verhandelt Sportal mit neuen Investoren um weitere 21 Millionen Mark (7 Millionen britische Pfund). Genau wie die alten Investoren werden auch neue Kapitalgeber ein wirtschaftliches Konzept fordern. In der Vergangenheit wurde das Geld regelrecht verbrannt. Bei der Fußball-Europameisterschaft 2000 in den Niederlanden und Belgien trat Sportal als einer der 12 Hauptsponsoren auf und zahlte dafür 50 Millionen Mark. Der große Werbeeffekt blieb aber aus.

Zur Kostenreduzierung will Sportal jetzt einen Geschäftszweig aufgeben, den das Unternehmen bisher als Prestigeprojekt betrachtete und als Konzept der Zukunft betrachtete. Die Websites der Perlen des europäischen Fußballs" baute und pflegte Sportal. Dabei waren unter anderem die Seiten der internationalen Top-Clubs AC Mailand, Juventus Turin, Sporting Lissabon und Bayern München. Die Vereine haben sich in den Verträgen mit Sportal hohe sechsstellige Garantiesummen festschreiben lassen. Doch die so genannten Premium-Sponsoren der Clubs haben ein Mitspracherecht, wer auf den Seiten werben darf. Das erschwert die Vermarktung ungemein. Aus diesem Grunde halten Brancheninsider die Kosten für kaum refinanzierbar, von Gewinnen ganz zu schwiegen.

Partnerschaft mit CNN

Die Rechte dieser Internet-Auftritte will die britische Firma jetzt verkaufen. Als neuester Bewerber war der internationale Vermarkter Octagon im Gespräch, der bisher aber noch jedes Interesse abstreitet. Bei der Restrukturierung will Sportal jetzt Allianzen zum Beispiel mit großen strategischen Partnern eingehen. Die englische Firma startet nun gemeinsam mit CNNSI.com und CNN.com Europe den europäischen Sportkanal CNN.Sportal.com, Und mit dem Großkonzern Siemens betreibt Sportal eine gemeinsamen Kanal zum Thema Formel 1. Hier sind die Werbeerlöse die Haupteinnahmequelle.

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