Auch sportlich mitten im Überlebenskampf
Homm sorgt für neuen Wirbel beim BVB

Als hätte das Aus im DFB-Pokal die Lage bei Borussia Dortmund nicht schon genug verschärft, geht jetzt auch noch der neue Großaktionär Florian Homm mit neuen Forderungen in die Hauptversammlung des börsennotierten Fußball-Bundesligisten am Dienstag. Noch-Präsident Gerd Niebaum kann dem Aktionärstreffen dennoch etwas entlastet entgegensehen.

HB KÖLN. Homm hat vor der Hauptversammlung des BVB eine Umwandlung des als GmbH & Co. KG auf Aktien geführten Unternehmens in eine reine Aktiengesellschaft gefordert. Die Rechtsform "wird sich nächstes Jahr bis übernächstes Jahr ändern", sagte Homm dem Wirtschaftsmagazin "Capital". Der Grund sei die undurchsichtige und wenig aktionärsfreundliche Struktur der Gesellschaft.

Weiter verlangt Homm, der zurzeit rund ein Viertel der Borussia-Aktien kontrolliert, weitere Sparmaßnahmen und kritisiert: "Die Bilanzierungsmethoden sind merkwürdig." Homm will nun zwei neue Aufsichtsratsmitglieder installieren. Einer davon ist nach Informationen der "Sportbild" Unesco-Botschafter Baron Freiherr Othmar von Diemar. Ein weiterer der Schweizer Unternehmer Ruedi Baer (62), der gegenüber dem Handlsblatt ankündigte, für das Aufsichtsgremium zu kandidieren. "Wenn ich gewählt werde, bin ich gerne bereit mitzuhelfen", sagte der Vorstandschef der börsennotierten Mobilfunk-Ladenkette Mobilezone. Aufgefordert dazu wurde er von Hedge-Fonds-Managern und BVB-Großaktionär Florian Homm.

Aus Baers Sicht ist bei der Borussia einiges zu tun: Die Finanzplanung, das Sponsoring, die Frage des Stadions und die Ausrichtung im sportlichen Bereich - "alles muss wieder ins Lot gebracht werden." Baer war von 1985 bis 1995 bereits Präsident des Schweizer Erstligisten Young Boys Bern.

Unterdessen ließ "Capital" die Bilanzen des BVB seit dem Börsengang im Jahr 2000 durch das Institut für Wirtschaftsprüfung (IWP) in Saarbrücken untersuchen. "Sowohl die Ertrags- als auch die Finanzsituation muss man als katastrophal bezeichnen", erklärte Institutsleiter Karlheinz Küting. Die Liquidität sei Besorgnis erregend. Falls sich die Situation nicht grundlegend verbessere, dürfte der Bestand des Unternehmens gefährdet sein, sagte er. Der BVB hat in der letzten Bilanz einen Schuldenstand von 119 Mill. ? ausgewiesen.

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