Auch sportlich schlingert der BVB am Rande des Abgrundes
Abfahrt des Präsidenten

Gerd Niebaum tritt bei Borussia Dortmund zurück - Nachfolger soll sein Vorgänger werden.

DORTMUND. Zuerst war wieder einmal vieles undurchsichtig geblieben beim einzigen an der Börse notierten Fußballklub Deutschlands. Borussia Dortmunds Aufsichtsratschef Winfried Materna wollte am Sonntagmittag nur bestätigen, dass der Aufsichtsrat des Vereins am Nachmittag zusammenkommen wolle - allerdings nur mit "51 Prozent Wahrscheinlichkeit". Da freilich waren alle schon unterwegs zur Sitzung im vereinseigenen Hotel Lennhof in Dortmund. Als sich schließlich die Vereinsführung am späten Nachmittag auf den Heimweg machte, gab es wichtige Neuigkeiten: Materna tritt mit sofortiger Wirkung zurück, und Gerd Niebaum wird nicht mehr Präsident des börsennotierten Bundesligisten Borussia Dortmund sein.

Der 55 Jahre alte Jurist Niebaum, der dem Verein seit 1986 vorsteht und ihn zwischenzeitlich in die europäische Spitze führte, schlug selbst seinen Vorgänger Reinhard Rauball als Nachfolger vor. Rauball hatte den Verein in zwei Amtszeiten sieben Jahre lang geführt.

Niebaum, der seinen Rückzug auf der Mitgliederversammlung am 14. November vollziehen will, zieht die Konsequenz aus einem Schuldenstand von mehr als 119 Millionen Euro und den Vorwürfen gegen seine Amtsführung. Am Sonntag war der Druck auf Niebaum, dessen Mannschaft am Vortag mit 0:2 beim VFB Stuttgart verloren hatte, noch einmal gestiegen. Das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" veröffentlichte neue Vorwürfe, die den Vereinschef in Bedrängnis brachten. Niebaum soll private finanzielle Interessen mit dem Klub verquickt haben. Beim Transfer von Karlheinz Riedle von Lazio Rom soll es zu Unregelmäßigkeiten gekommen sein.

Auch Florian Homm, der 30 Prozent der BVB-Aktien hält, wiederholte seine Angriffe. Indirekt forderte er die Aufsichtsratsmitglieder auf, Niebaum das Misstrauen auszusprechen. "Ich hoffe ernsthaft, die Gremiumsmitglieder sind sich im vollen Umfang ihrer Verantwortung für 32 000 BVB-Mitglieder und 60 000 Aktionäre bewusst", sagte Homm. Aber Niebaum gibt nicht seine ganze Macht ab, er bleibt weiter Geschäftsführer. "Vorsitzender der GF der KgaA bleibt Herr Dr. Gerd Niebaum. Er wird gemeinsam mit Michael Meier das mit den Gremien beschlossene Konsolidierungsprogramm vorantreiben", heißt es in einer offiziellen Mitteilung des Vereins.

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