Auch Start im Straßenrennen ist gefährdet
Ullrich sagt WM-Zeitfahren ab

Zu Beginn der Rad-Weltmeisterschaft musste der T-Mobile-Kapitän seine Teilnahme am Zeitfahren am Mittwoch in Bardolino aus gesundheitlichen Gründen absagen. Auch sein Start für das Straßenrennen am Sonntag in Verona ist gefährdet.

HB BARDOLINO. Damit scheint auch der letzte Saison-Traum des Olympiasiegers von Sydney geplatzt zu sein, mit einem ansprechenden Finale in Norditalien die Enttäuschungen der vergangenen Monate zu verwischen.

"Es fing am Samstag an, ich habe mich erbrochen und hatte Durchfall. Heute geht es zwar ein bisschen besser, aber ich fühle mich sehr schlapp. Ich werde versuchen, bis Sonntag wieder fit zu werden", sagte Ullrich kurz vor seiner Abreise im Sporthotel Veronello oberhalb des WM-Örtchens Bardolino. Dort hätte der Zeitfahrspezialist große Aussichten auf sein drittes WM-Gold im Zeitfahren gehabt.

Denn die Konkurrenz ist nach dem Ausfall von Olympiasieger Tyler Hamilton, dem eine Sperre wegen Dopings droht, übersichtlicher als in Athen. Vize-Weltmeister Uwe Peschel (Scheidegg), dem eine Wildcard für einen WM-Start verweigert worden war, soll nun Ullrich ersetzen und neben seinem Gerolsteiner Team-Kollegen Michal Rich (Emmendingen) den zweiten deutschen Startplatz einnehmen.

Im Juli war Ullrich mit großen Ambitionen bei der Tour de France gestartet - nach drei Wochen blieb ihm hinter dem überragenden Rekordsieger Lance Armstrong nur Rang vier. Bei den Olympischen Spielen in Athen war der Goldmedaillen-Gewinner von Sydney im Straßenrennen nur 19. geworden und in seiner Spezial-Disziplin Zeitfahren als Siebter regelrecht untergegangen. Auf der Haben-Seite 2004 steht für den 30-Jährigen bisher nur der Gesamtsieg bei der Tour de Suisse im Juni.

"Es gibt Schlimmeres im Leben, aber diese Situation ist natürlich sehr, sehr ärgerlich", reagierte T-Mobile-Teamchef Mario Kummer auf die Hiobsbotschaft seines unberechenbaren Stars, der zusammen mit seiner Physiotherapeutin mit dem Auto vom Gardasee Richtung Bodensee aufbrach. Am Nachmittag soll sich Ullrich in der Uni-Klinik Freiburg einem Gesundheits-Check unterziehen.

Wegen seiner Magen-Darm-Probleme hatte der zweimalige Zeitfahr- Weltmeister am Sonntag bereits auf einen Start beim Grand Prix Beghelli verzichtet. Kummer: "Wenn er morgen trainieren kann, gibt es noch Hoffnung für Sonntag." Ullrich ist nicht der einzige im T Mobile-Team, - der sich mit Magen-Darm-Problemen herumplagt. Bei der Spanien-Rundfahrt waren fünf von neun Fahrern vorzeitig ausgestiegen.

Die nach der Doping-Disqualifikation des Schotten David Millar hochgestuften Gerolsteiner-Profis Peschel und Rich, der Ullrich in diesem Jahr schon in zwei wichtigen Zeitfahren bezwang, sind nun für Mittwoch die Trumpfkarten des Bundes Deutscher Radfahrer auf dem selektiven, 46,75 Kilometer langen Kurs im Hinterland des Wein- Städtchens Bardolino.

Der erste Anstieg zwischen Garda und Costermano ist 3,5 Kilometer lang und weist sieben Steigungs-Prozente auf. Dann sind noch einmal 900 Meter mit neun Prozent zu überwinden. "Michael bringt die Empfehlung des Sieges beim Grand Prix des Nations mit, Uwe könnte der Kurs vielleicht etwas besser liegen - ich rechne mit mindestens einer Medaille für uns", war sich Hans-Michael Holczer, der Teamchef des T-Mobile-Konkurrenten Gerolsteiner, sicher.

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