Auch unpopuläre Maßnahmen nicht ausgeschlossen
Neuer Chef soll Brau und Brunnen aus der Krise führen

dpa DORTMUND. Der designierte Vorstandsvorsitzende von Brau und Brunnen, Michael Hollmann, sieht einer Sanierung des angeschlagenen Dortmunder Getränkekonzerns zuversichtlich entgegen. "Ziel ist es, einen profitablen Konzern zu haben. Und ich sehe Chancen, das auf die Reihe zu kriegen, weil ich sicher bin die Branche gut zu kennen", sagte Hollmann. Der 42-Jährige soll am 1. Februar in Dortmund beginnen, teilte die Brau und Brunnen AG in Dortmund mit. Hollmann verfüge über umfassende Erfahrungen im nationalen und internationalen Biergeschäft.

"Ich muss mir erstmal einen Überblick verschaffen, bevor ich weiter etwas zu dem Unternehmen sage", sagte Hollmann. Er war zuvor Geschäftsführer für Marketing und Vertrieb bei der Hannen Brauerei in Mönchengladbach, einem Tochterunternehmen der Carlsberg-Gruppe. Um Brau und Brunnen "auf Vordermann" zu bringen, schloss Hollmann auch unpopuläre Maßnahmen nicht aus, ohne konkreter zu werden. Zu früheren Spekulationen über eine Zerschlagung des Konzerns wollte Hollmann sich nicht äußern. Vor seiner Tätigkeit bei Hannen/Tuborg war der gebürtige Wuppertaler bei der Bavaria Brauerei AG-St.Pauli und bei dem Lebensmittelhersteller Franz Zentis GmbH&Co beschäftigt.

Hollmanns Vorgänger Rainer Verstynen war Mitte Dezember vergangenen Jahres nach Differenzen mit dem Aufsichtsrat über die Zukunft des Konzerns zurückgetreten. Das kriselnde Unternehmen schrieb in den ersten neun Monaten des vergangenen Geschäftsjahres einen Verlust von 37,8 Mill. DM (19,3 Mio Euro). Durch Absatzrückgänge und rückläufige Umsatzerlöse erzielte das Unternehmen mit 3 500 Mitarbeitern im Geschäftsjahr 1999 einen Jahresfehlbetrag von 86,8 Mill. DM. Brau und Brunnen ist in den Geschäftsfeldern Bier, alkoholfreie Getränke und Immobilien tätig.

Geplatzte Ehe

Eine angestrebte Fusion mit der BrauHolding der Münchner Schörghuber-Gruppe war im September geplatzt, weil sich die Konzerne nicht auf eine einheitliche Bewertung der Unternehmen hatten einigen können. Danach wollte Verstynen mit einem radikalen Umbaukonzept und der Konzentration auf die Geschäftsfelder Bier und alkoholfreie Getränke den Konzern aus der Krise führen. Der Verkauf von Immobilien sollte die Ertragslage verbessern und Schulden in Höhe von 350 Mill. DM abbauen helfen.

Nach der geplatzten Bierehe hatte es Spekulationen über eine mögliche Zerschlagung des Unternehmens gegeben. Zu den Brau und Brunnen-Marken zählen Jever, Berliner Pilsner, Brinkhoff's No. 1, Gilden- und Sion-Kölsch, Schultheiss sowie Schlösser-Alt. Bei den alkoholfreien Getränken sind es die Marken Apollinaris, Schweppes und Vita-Cola.

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