Auch unscheinbare Unternehmensmeldungen führen zu Kurssprüngen
Vor Zinsentscheidung wieder Kauflaune am Neuen Markt

Nach der vorausgegangenen eher flauen Börsenwoche sind am Montag die Käufer zurückgekehrt. Mögliche Zinssenkungen in den USA und Europa in dieser Woche beflügelten die Kurse. Der Nemax legte bis am Ende um 3,4 Prozent auf 1 070 Punkte zu. Der Nemax 50 gewann 4 Prozent auf 1 098 Punkte.

FRANKFURT/M. Es scheint, als genüge im Moment von Unternehmensseite nur eine halbwegs vernünftige Meldung, um der eigenen Aktie einen Schub zu verleihen. Beispiele dafür gab es gestern jedenfalls an der deutschen Wachstumsbörse zur Genüge. Dadurch, dass der Markt heute auf eine Zinssenkung in den USA und am Donnerstag auf einen ähnlichen Schritt der Europäischen Zentralbank wartet, wurden die Kurse zudem von einer spürbaren Kauflaune getrieben.

So legte die lange verschmähte Aktie des Software-Hauses Brain International um 26,4 % auf 2,49 Euro zu, nachdem die Freiburger ein zwar weiterhin tiefrotes, aber doch besser als erwartetes Ergebnis verkündeten. Statt bei 7,5 Mill. Euro lag der Verlust vor Zinsen und Steuern (Ebit) lediglich bei 4,5 Mill. Euro. Wegen der robusten Nachfrage halte man zudem an den Prognosen für das Gesamtjahr fest, hieß es. Ebenfalls ein Aussage, die gegenwärtig bereits für Kauflaune sorgt.

Die Aktie der Unterschleißheimer Comroad AG stieg sogar um 5,9 % auf 10,90 Euro, obwohl das Telematik-Unternehmen in den ersten neun Monaten leicht hinter den eigenen Planungen zurück blieb. Den Kurs beflügelte jedoch auch in diesem Fall die Aussage, dass die Zielvorgaben für 2001 weiterhin erreichbar seien. Immerhin will Comroad sowohl den Umsatz als auch den Gewinn gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppeln.

Das sieht bei Steag Hamatech ganz anders aus. Der Hersteller von Produktionsanlagen für optische Speichermedien erwirtschaftete in den ersten neun Monaten über ein Drittel weniger Umsatz als im Vorjahreszeitraum. Trotzdem legte die Aktie gestern 8,5 % auf 7,43 Euro zu. Grund war ein Großauftrag über vier DVD-Anlagen und neun CD-Linien im Volumen von 4,5 Mill. Euro vom CD- und DVD-Hersteller ODS.

Für einen der höchsten Kursgewinne - den um 26,7 % auf 1,90 Euro beim Call-Center-Betreiber D+S Online - gab es zumindest keinen direkten Grund. Indirekt wurde die Aktie jedoch von der Mehrheitsübernahme des ebenfalls klammen Konkurrenten Camelot durch CLC beflügelt. D+S Online und Camelot dachten im Sommer über eine Fusion nach, verwarfen diese Idee jedoch Ende Juli wieder. Dass Camelot nun einen finanzstarken Partner fand, nährte auch bei D+S die Hoffnung auf bessere Zeiten.

Die könnte schon bald wieder Teamwork sehen. Der Paderborner Software-Entwickler hatte vor etwa einem Jahr Insolvenzantrag gestellt. Nun steht man nach eigenen Angaben kurz vor der Sanierung. Auf zwei potenzielle Investoren will sich Insolvenzverwalter Frank Kebekus konzentrieren. In der zweiten Novemberhälfte soll es eine Entscheidung geben. Die Teamwork-Aktie, die daraufhin gestern um 9,8 % auf 1,46 Euro zulegte, hat ihren Kurs seit dem 11. Oktober vervierfacht. Am Abend schnellte dann auch noch die Metabox-Aktie um 53,1 % auf 0,98 Euro nach oben. Grund: Das Unternehmen hat in letzten Sekunde seinen Insolvenzantrag zurückgezogen.

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