Auch US-Justiz interessiert
Börsenaufsicht nimmt Vivendi unter die Lupe

Nach den jüngsten Bilanzskandalen bei US-Konzernen nehmen Börsenaufsicht und Justiz in den USA den französisch- amerikanischen Mediengiganten Vivendi Universal unter die Lupe. Wie Vivendi am Montag in Paris mitteilte, hat die Staatsanwaltschaft in New York eine "vorläufige strafrechtliche" Untersuchung eröffnet, bei der Vivendi "voll kooperieren will".

HB/dpa PARIS. Dies gelte auch für die Prüfung der Bücher durch die US-Börsenaufsicht, deren Büro in Miami eine "informelle Untersuchung" eingeleitet habe.

US-Aktionäre hatten bereits Ende Juli Sammelklage gegen den Konzern und Ex-Vorstandschef Jean-Marie Messier eingereicht. Messier und dem hochverschuldeten Unternehmen wurden falsche und irreführende Angaben über die finanzielle Lage vorgeworfen. In der vergangenen Woche hatte auch die Staatsanwaltschaft in Paris ein Ermittlungsverfahren angekündigt. Dabei geht es um den Verdacht, in den Geschäftsjahren 2000 und 2001 seien falsche Bilanzen sowie täuschende Informationen über die Unternehmensperspektiven veröffentlicht worden. Hintergrund ist ebenfalls eine Anzeige von Kleinaktionären, die im Juli eingereicht worden war, nachdem Jean- René Fourtou Messier an der Konzernspitze abgelöst hatte.

Die Vivendi-Aktie hat seit Jahresanfang fast 80 % ihres Wertes verloren. Am Montag stieg der Kurs an der Pariser Börse zwischenzeitlich leicht um 3,25 % auf 12,70 Euro. Messiers Anwalt hat die Vorwürfe der Bilanzfälschung zurückgewiesen. Die Bilanzen seien "immer korrekt gewesen". Messier hatte den Konzern mit Milliardenaufkäufen vom Versorgungsunternehmen zum weltweit zweitgrößten Medienkonzern ausgebaut, zuletzt aber einen Rekordverlust von 13,6 Mrd. Euro eingefahren. Der neue Konzernchef Fourtou hatte den Verkauf von Beteiligungen von über 12 Mrd. Euro angekündigt, um den Konzern wieder auf Kurs zu bringen.

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