Auch Virgin Express bald unter dem Dach des Billigfliegers?
Esayjet: „Wir können ohne Frankfurt gut leben“

Der Gründer des britischen Billigfliegers Easyjet, Stelios Haji-Ioannou, will nach einer Übernahme der Deutschen BA die deutsche Fluggesellschaft mit einem harten Sparprogramm profitabel und größer machen.

HB LONDON. Er sei sicher, dass der bislang in den roten Zahlen fliegende Anbieter unter Easyjet wachsen werde. "Wenn wir die Option zum Kauf der Deutschen BA ausüben, werden wir die Airline mit weiteren Flugzeugen aufrüsten", kündigte der gebürtige Grieche im Gespräch mit dem Handelsblatt an.

Name Deutsche BA verschwindet

Der Name Deutsche BA wird jedoch vom Himmel verschwinden. Die deutsche Flotte soll dann im grellen Orange - der Markenfarbe von Easyjet - fliegen. Easyjet plane keine weiteren neuen Flugziele in Deutschland. "Wir können gut ohne Frankfurt leben", sagte Haji-Ioannou, "unser Fokus liegt auf München und Berlin." Die von der Deutschen BA bislang angeflogenen Städte in Deutschland sollen aber mit anderen Easyjet-Zielen wie Barcelona, London, Nizza oder Amsterdam verbunden werden.

Die deutschen Kunden würden ähnliche Superpreise wie die Briten bekommen. Die Flughafengebühren seien im Vergleich zu Großbritannien gar nicht sehr viel höher, so der Easyjet-Chairman zu seiner Kalkulation. Außerdem soll die Auslastung deutlich über der von der Deutschen BA liegen, wo die Maschinen im Schnitt halb leer fliegen würden. Außerdem werde Easyjet der Lufthansa lukrative Geschäftsreisende abjagen.

Der britische Flieger hat vergangene Woche eine Kaufoption für die Deutsche BA vereinbart, nach der sie die Tochter von British Airways (BA) in den kommenden zwölf Monaten für 30 bis 40 Mill. Euro kaufen kann. Außerdem will Easyjet den Konkurrenten Go kaufen, der auch nach München fliegt. Damit würde Easyjet vor der irischen Ryanair zur Nummer eins unter den Billigfliegern in Europa.

Keine Entlassungen - aber härterer Job

Die Beschäftigten der Deutschen BA müssen laut Haji-Ioannou keine Entlassungen fürchten. Ihnen droht jedoch ein härterer Job. "Die Piloten werden schon die ein oder andere Tour mehr fliegen müssen", erklärte der hemdsärmelige Manager. Easyjet-Chef Ray Webster werde morgen Vertreter der Gewerkschaften treffen.

Der britische Flieger wolle von der Deutschen BA die Pünktlichkeit und Sicherheit übernehmen. Dagegen soll der Service an Bord radikal gekürzt und der Verkauf auf Telefon und Internet umgestellt werden. Haji-Ioannou: "Keine Tickets, keine Lounge, keine kostenlosen Getränke, keine Zeitungen." Er kündigte eine massive Werbekampagne für den geplanten Einstieg am deutschen Markt an. "Ich denke, unser Name wird sehr schnell bekannt sein."

Sein Billigflieger bleibe aber auch mit der Deutschen BA eine europäische Fluglinie, betonte Haji-Ioannou. Sollte der deutsche Anbieter Langstreckenflüge planen, werde Easyjet von der Kaufoption zurücktreten.

Zu angeblichen Verhandlungen mit Virgin Express sagte Haji-Ioannou, man sei nicht in "ernsthaften Gesprächen". Angeblich soll die Billig-Airline von Richard Branson Interesse haben, sich ebenfalls unter das Dach von Easyjet zu begeben. Für Haji-Ioannou nicht uninteressant: Damit würde Easyjet Zulieferer für Virgin Atlantic in Brüssel.

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