Auch Weltkonzerne forschen und entwickeln auf dem Subkontinent: Indiens Software-Industrie wächst rasant

Auch Weltkonzerne forschen und entwickeln auf dem Subkontinent
Indiens Software-Industrie wächst rasant

Von Wirtschaftskrise keine Spur: Die indische Software- und IT-Dienstleistungsbranche wächst so schnell, dass ihr in einigen Jahren der Nachwuchs ausgehen wird. Der indische Branchenverband Nasscom schätzt, dass im Jahr 2008 mehr als 200 000 Informatiker fehlen werden.

HB/jojo MÜNCHEN. Verkehrte Welt: In den meisten westlichen Industriestaaten streichen die IT-Firmen derzeit tausende Stellen. Viele der einst so begehrten IT-Spezialisten stehen auf der Straße. Das Geschäft auf dem Subkontinent dagegen boomt, die führenden Firmen konnten zuletzt kräftig zulegen.

So kletterten die Umsätze des IT-Dienstleisters Wipro im abgelaufenen Quartal gegenüber dem Vorjahr um mehr als ein Viertel auf 226 Mill. $. Beim Wettbewerber Infosys stiegen die Einnahmen sogar um fast die Hälfte auf 200 Mill. Euro. Auch die Gewinne können sich sehen lassen: Bei Infosys legte der Nettogewinn gegenüber dem Jahr 2001 von knapp 42 auf 52 Mill.$ zu.

Für die Software-Branche ist Indien längst kein Entwicklungsland mehr: "Software made in India gewinnt vermehrt Akzeptanz in der ganzen Welt", so die Einschätzung der bayerischen Wirtschaftsförderagentur "Go to Bavaria". Zwei von fünf der größten amerikanischen Firmen würden bereits auf indische Progammierer zugreifen. Längst haben Konzerne wie Siemens große Entwicklungsabteilungen in Bangalore, dem Zentrum der indischen IT-Industrie.

Die Entwicklung verläuft rasant. Vor 15 Jahren war die IT-Industrie in Indien noch fast nicht vorhanden. Nach Schätzungen des Nasscom werden im Jahr 2008 bereits 50 Mrd. $ aus dem Software-Export nach Indien fließen. Derzeit sind es rund 8 Mrd. $. Indien profitiert dabei vor allem von gut ausgebildeten Fachkräften und günstigen Löhnen. Der Subkontinent ist aber längst mehr als nur ein billiger Standort, in dem Programmierer Software entwickeln. "Immer mehr Kunden aus dem Ausland vergeben Outsourcing-Aufträge an uns", freut sich Infosys Manager Basab Pradhan.

Um die Kosten in ihren eigenen IT-Abteilungen zu drücken, kaufen westliche Konzerne IT-Dienstleistungen bei Firmen wie Infosys oder Wipro ein. Die Inder betreuen ihre Kunden dann mit einer kleinen Mannschaft vor Ort am jeweiligen Konzernsitz - erledigen aber fast alle anderen Aufgaben von Indien aus. Ein Ende des Outsourcing-Booms ist nicht zu erwarten: Die Analysten von Gartner gehen davon aus, dass das Geschäft in diesem Jahr weiter zunehmen wird. Das zeigt sich auch in den Prognosen der Unternehmen: Infosys erwartet für das laufende Quartal ein weiteres Umsatzplus.

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