Auch Williams-Schwestern ohne Tennis-Medaille
Blake zerstört Federers Gold-Hoffnungen

Roger Federer ist beim olympischen Tennisturnier sensationell im Viertelfinale ausgeschieden und muss seinen Traum von einer Medaille begraben. Verunsichert von der Serie seiner letzten Misserfolge unterlag der Schweizer am Donnerstag in Peking mit 4:6, 6:7 (2:7) dem Amerikaner James Blake, gegen den er in zuvor acht Vergleichen nur einen Satz abgegeben hatte.

HB PEKING. Das „Seuchenjahr“ des 27- Jährigen, das mit der Finalniederlage in Wimbledon gegen den Spanier Rafael Nadal einen ersten Höhepunkt hatte, setzte sich auch bei Federers dritten Olympischen Spielen fort. Nadal gewann derweil locker mit 6:0, 6:4 gegen den Österreicher Jürgen Melzer und trifft nun auf den an Nummer drei gesetzten Serben Novak Djokovic.

Das Scheitern der Favoriten setzte sich bei den Damen munter fort. Nach Serena Williams verabschiedete sich auch deren Schwester Venus in der Runde der besten Acht. Zur Freude der Olympia-Gastgeber verlor die Wimbledonsiegerin aus den USA gegen die Chinesin Na Li mit 5:7, 5:7 und bleibt damit ebenso ohne Einzelmedaille wie ihre Schwester Serena, die Jelena Dementjewa 6:3, 4:6, 3:6 unterlag. Na Li trifft nun auf die neue Nummer eins der Tennis-Welt, Jelena Jankovic aus Serbien, oder die Russin Dinara Safina. Dementjewa erwartet in einem russischen Duell Vera Zwonarewa.

„Ich bin einfach nur enttäuscht“, sagte Federer und flüchtete nach dem erneuten Olympia-Aus in die Kabine. In Sydney 2000 scheiterte er im Halbfinale am Hamburger Thomas Haas und unterlag dann im Spiel um Platz drei dem Franzosen Arnaud Di Pasquale. Vor vier Jahren in Athen kam das Aus schon in der zweiten Runde gegen den Tschechen Tomas Berdych. Auf dem Weg zu seiner ersten Medaille bekommt es Blake mit dem Olympia-Dritten von 2004, Fernando Gonzalez, zu tun. Der Franzose hatte den wie Rainer Schüttler enttäuschenden Nicolas Kiefer aus dem Turnier geworfen und damit die schlechteste Olympia-Bilanz des deutschen Tennis perfekt gemacht.

Mit hängendem Kopf trottete Federer nach der nur 91 Minuten dauernden Partie vom Hartplatz. Nur mühsam gelang es ihm, sich bei den rund 8000 Zuschauern in der Arena winkend zu verabschieden. Der Stachel saß tief, denn der Olympiasieg sollte die bisher verkorkste Saison ohne großen Titel retten. Die einzige Hoffnung des am Montag nur noch Weltranglisten-Zweiten sind nun das olympische Doppel mit seinem Landsmann Stanislas Wawrinka sowie die US Open, bei denen er vom übernächsten Montag an in New York seinen Titel verteidigen muss.

Die Arme gen Himmel gereckt und mit einem lauten Jubelschrei feierte der 28-jährige Blake seinen ersten Erfolg gegen den bis dato übermächtigen Federer. Nicht im Traum habe er daran gedacht, die Partie gegen seinen Angstgegner gewinnen zu können, verriet er. „Es ist unglücklich für ihn. Aber ich kann meinen Kindern und Enkeln eines Tages davon erzählen, dass ich den besten Spieler der Welt geschlagen habe. Das war mein Tag“, sagte Blake.

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