Auch Wirtschaftsinstitute äußern sich kritisch.
Henkel fordert Abschied von der Osthilfe bis 2005

ap MÜNCHEN. Der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Hans-Olaf Henkel, hat ein Auslaufen der Finanzhilfen für Ostdeutschland bis spätestens 2005 gefordert. "Nach zehn Jahren Wiedervereinigung sollte die Förderprogramme für die neuen Bundesländer auf den Prüfstand gestellt werden", sagte Henkel dem Nachrichtenmagazin "Focus" laut Vorabmeldung vom Freitag. Spätestens ab 2005 sei eine Sonderförderung nicht mehr zu begründen. "Kontinuierliche Finanzspritzen bringen eine Subventionsmentalität mit sich, die Unternehmen immer weniger wettbewerbsfähig macht", sagte Henkel zur Begründung.

Auch der Präsident des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH), Rüdiger Pohl, verlangte einen Abschied von der bisherigen Osthilfe: "Man sollte bei der Förderung von Regionen künftig keine Ost-West-Differenzierung mehr vornehmen." Der Präsident des Münchner ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung, Hans-Werner Sinn, bezeichnete die deutsche Einheit als "ökonomisch misslungen": Vieles funktioniere "dank westdeutschen Geldes". Es sei ein Missverhältnis, dass die Realeinkommen im Osten annähernd 90 % des Westniveaus erreicht hätten, während die Produktivität nur bei 60 % liege. "Die neuen Bundesländer leben weit über ihre Verhältnisse, das ist auf Dauer nicht zu finanzieren".

Das arbeitgebernahe Institut der Deutschen Wirtschaft hatte erst am Mittwoch erklärt, Ostdeutschland werde noch mindestens zehn Jahre lang auf die Hilfe der alten Bundesrepublik angewiesen sein, ehe die neuen Länder mit der Wirtschaftskraft Westdeutschlands mithalten könnten.



Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%