Audi-Chef denkt an eine Ausweitung der Kapazitäten
Audi trotz Absatzschwäche in Deutschland weltweit auf Rekordfahrt

Die Absatzschwäche in Deutschland sei durch die Exporterfolge in den USA kompensiert worden, sagte Audi-Chef Paefgen. Weltweit seien die Auslieferungen um 2 % gestiegen.

dpa MÜNCHEN. Die Rekordfahrt des Audi-Konzerns im laufenden Jahr wird durch die Absatzschwäche in Deutschland deutlich gebremst. In den ersten neun Monaten verkaufte die Volkswagen-Tochter in Deutschland mit knapp 176 900 Fahrzeugen 10,9 Prozent weniger Autos als im Vorjahreszeitraum. Durch Exporterfolge vor allem in den USA seien die weltweiten Auslieferungen jedoch noch um zwei Prozent auf fast 493 000 Autos gestiegen, berichtete Audi-Chef Franz-Josef Paefgen am Dienstag in München.

Er rechne für das laufende Jahr mit einem Rekordabsatz von mehr als 650 000 Fahrzeugen und einer Umsatzsteigerung auf erstmals über 30 Milliarden DM. Audi arbeite an der Auslastungsgrenze und denke über eine Ausweitung der Kapazitäten nach. Ob ein neues Werk geplant ist, wollte Paefgen nicht verraten.

Auch im kommenden Jahr erwartet der Konzern mit derzeit fast 49 400 Mitarbeiter weitere Umsatz- und Absatzsteigerungen sowie einen positiven Ertragsverlauf. Der Optimismus beruht dabei ausschließlich auf den nach Worten Paefgens anhaltend guten Aussichten auf den "großen Exportmärkten". Für zusätzlichen Schwung soll zudem der neue A4 sorgen. Die absatzstärkste Klasse des Herstellers wird ab November ausgeliefert. 2001 sollen rund 200 000 A4 verkauft werden.

Für 2001 zweistellige Zuwachsraten erwartet

In Deutschland drücke der schwache Automarkt die Verkäufe. Der Produktionsanlauf des A4 habe ebenfalls zum Rückgang beigetragen, erklärte der Vorstandsvorsitzende der Audi AG (Ingolstadt). Der Marktanteil in Deutschland sei bis Ende September von 6,8 auf 6,7 Prozent gesunken. Bis Jahresende will Audi besser abschneiden als der Gesamtmarkt. Der Abwärtstrend am deutschen Automarkt sei aber ungebrochen. "Die Luft ist raus", sagte Paefgen.

Dagegen boomt der US-Markt. Audi will im laufenden Jahr dort einen Auslieferungsrekord von über 80 000 Autos erzielen, nach knapp 66 000 im vergangenen Jahr. Für 2001 erwartet Paefgen zweistellige Zuwachsraten, die den US-Absatz weiter in Richtung 100 000 hochtreiben. Die weltweit wachsenden Verkaufszahlen hätten zu erheblich längeren Lieferzeiten geführt, erklärte Paefgen. Bei den Audi-Modellen RS4 und Audi allroad quattro reichten sie bis zu sechs Monaten. "In den nächsten vier Jahren werden wir insgesamt rund 15 Milliarden DM investieren", kündigte Paefgen an. Zwei Drittel sollen davon Produktinvestitionen sein. In den vergangenen zwölf Monaten seien 2 800 neue Arbeitsplätze entstanden, davon fast 2 400 im Inland.

Audi kommt auch bei der Lieferung von Dieselmodellen nicht nach. Durch die Benzinkrise sei die Nachfrage enorm gestiegen. "Wir haben Engpässe bei Dieselmotoren", sagte Paefgen. In den ersten neun Monaten fertigte Audi insgesamt fast 893 000 Motoren, davon waren bereits 40 Prozent Dieselvarianten. Der Anteil werde weiter steigen. Der Audi-Chef kündigte an, dass ab Jahresanfang 2001 das kleinste Modell A2 auch in einer Drei-Liter-Version auf den Markt kommen wird, "als Antwort auf die Benzinkrise". Der neue Alu-Kompaktwagen A2 läuft in Neckarsulm vom Band und soll laufenden Jahr auf 30 000 verkaufte Einheiten kommen. 2001 will Audi über 50 000 absetzen. Vom Sportwagen Audi TT sollen über 50 000 ausgeliefert werden.

In den ersten neun Monaten stieg der Umsatz um 6,7 Prozent auf 23,2 Milliarden DM und damit deutlich stärker als der Absatz. In den angekündigten Umsatzzahlen von über 30 Milliarden DM für 2000 ist nach Worten von Finanzchef Peter Abele noch nicht die italienische Autogerma enthalten, in der sämtliche Importe des VW-Konzerns in Italien erfasst werden. Der Audi-Umsatz werde dadurch im laufenden Jahr zusätzlich um rund 6,5 Milliarden DM klettern. Abele rechnet für dieses Jahr mit einem Gewinn vor Steuern auf dem Vorjahresniveau von 1,6 Milliarden DM. Die Vorjahresverluste der Motorentochter Cosworth und des italienischen Sportwagenherstellers Lamborghini von insgesamt 96 Millionen DM würden sich verringern. Für Lamborghini kündigte Paefgen zwei neue Luxussportmodelle an, die 2001 und 2005 auf den Markt kommen sollen.



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