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Audi-Chef Winterkorn: Müssen in Elektronik Weltspitze sein

Die deutsche Automobilindustrie wird nach Ansicht von Audi-Chef Martin Winterkorn ihre weltweit führende Position nur durch besondere Anstrengungen in der Fahrzeugelektronik halten können. Er forderte eine stärkere Bedienerfreundlichkeit von Auto-Elektronik. Diese dürfe nicht zu einer "reinen Spielwiese für Programmierer" werden, sondern müsse einen deutlichen Mehrwert für den Kunden darstellen, sagte Winterkorn am Freitag auf einem Kongress des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) in Ingolstadt.

dpa-afx INGOLSTADT/FRANKFURT. Die deutsche Automobilindustrie wird nach Ansicht von Audi-Chef Martin Winterkorn ihre weltweit führende Position nur durch besondere Anstrengungen in der Fahrzeugelektronik halten können. Er forderte eine stärkere Bedienerfreundlichkeit von Auto-Elektronik. Diese dürfe nicht zu einer "reinen Spielwiese für Programmierer" werden, sondern müsse einen deutlichen Mehrwert für den Kunden darstellen, sagte Winterkorn am Freitag auf einem Kongress des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) in Ingolstadt.

VDA-Präsident Bernd Gottschalk betonte, die Kunden erwarteten, dass "wir Leader bei neuen Technologien sind. Wir haben deshalb nicht die Wahl zwischen dem Schnelligkeits- und dem Qualitätsziel. Wir müssen beides erreichen - gerade unter den Rahmenbedingungen kürzerer Entwicklungszeiten und Produktzyklen".

VW-Chef: Motivation AM Wichtigsten

VW-Chef Bernd Pischetsrieder sagte vor 250 Topmanagern aus der Autobranche, ebenfalls entscheidende Faktoren seien die Qualität und die Motivation der Mitarbeiter. "Qualität beginnt beim Menschen, nicht bei den Dingen. Wer hier einen Wandel herbeiführen will, muss zuallererst auf die innere Einstellung aller Mitarbeiter abzielen." VW will in den am 15. September beginnenden Verhandlungen über seinen neuen Haustarifvertrag eine zweijährige Nullrunde bei den Einkommen für 103 000 Beschäftigte durchsetzen sowie Zuschläge und Pausen kürzen.

Gottschalk unterstrich die Bedeutung einer Standardisierung der Software-Lösungen. "90 % der Innovationen gehen heute auf Elektronik und Software zurück. Die Beherrschung der gestiegenen Komplexität auf diesem Gebiet ist unverzichtbar, wenn wir die Stärke der deutschen Fahrzeughersteller im Branding und im Image bei unseren Kunden gewährleisten wollen."

Auch Zulieferer Müssen Geld Verdienen

Die verlässliche Partnerschaft zwischen Herstellern und Zulieferern, die die deutsche Automobilindustrie auszeichne, sei ein nicht zu überschätzender Vorteil dieser Schlüsselbranche, meinte der VDA-Präsident. Dazu gehöre aber auch, dass der Zulieferer Eingriffe in das Produkt während der Modell-Laufzeit nur in Abstimmung mit dem Kunden vornehmen dürfe: "Ein noch so harter Kostendruck darf nicht zu Lasten der Qualität gehen."

Allerdings müssten die Hersteller auch Rücksicht auf die Margen ihrer Partner nehmen. Chrysler-Chef Dieter Zetsche hatte zuletzt US-Autozuliefer mit dem Satz attackiert, entweder sich an die Forderungen der Autokonzerne anzupassen oder "zu sterben".

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