Auf "BB+" herubgestuft: Thyssen-Krupp will Herabstufung prüfen lassen

Auf "BB+" herubgestuft
Thyssen-Krupp will Herabstufung prüfen lassen

Der Düsseldorfer Thyssen-Krupp-Konzern will die Herabstufung der Kreditwürdigkeit durch die Ratingagentur Standard & Poors (S&P) in einem Gutachten prüfen lassen. Gemeinsam mit weiteren Unternehmen aus dem Dax wolle man eine wissenschaftliche Meinung einholen, um gegen die neue Bewertungspraxis vorzugehen, sagte ThyssenKrupp-Finanzvorstand Stefan Kirsten in einem Interview mit der in Düsseldorf erscheinenden "Wirtschaftswoche".

HB/dpa ESSEN/DÜSSELDORF. Kirsten kündigte die gemeinsame Aktion für "Thyssen-Krupp, Linde, Deutsche Post sowie zwei bis drei weitere Unternehmen aus dem Dax 30" an, wie die Zeitschrift am Mittwoch vorab berichtete.

Die Ratingagentur hatte jüngst ihre Bewertungskriterien geändert. Bei Thyssen-Krupp rechnet die Agentur nun die Pensionsverpflichtungen, die nicht durch Pensionsfonds gedeckt sind, den Schulden zu. Dies betrifft 6,8 Mrd. Euro von insgesamt 7,1 Mrd. Euro Verpflichtungen. Das Unternehmen war in der vergangenen Woche daraufhin um zwei Stufen auf "BB+" in den Bereich der spekulativen Anlagen herabgesetzt worden. Damit spricht S&P keine Investitionsempfehlung mehr aus. Thyssen-Krupp hatte die Neubewertung scharf kritisiert. S&P hatte auch Deutsche Post und Linde auf die Beobachtungsliste gesetzt und will bei diesen Unternehmen in sechs Wochen eine Entscheidung über die Kreditwürdigkeit fällen.

Kirsten sagte dem Magazin: "Wir beauftragen einen deutschen und einen angelsächsischen Wirtschaftswissenschaftler mit einem Gutachten darüber, welcher Weg bei den Pensionsverpflichtungen unter welchen Bedingungen für welches Unternehmen angemessen ist." In drei Monaten solle das Gutachten vorliegen. Außerdem wolle man überprüfen, ob der Methodenwechsel der Agentur "über Nacht" zulässig sei.

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