Auf breiter Front in die Verlustzone
Europas Börsen auf Konsolidierungskurs

Die europäischen Aktienmärkte notierten am Dienstag gegen Mittag auf breiter Front in der Verlustzone. Händler sagten, die Konsolidierung dürfte angesichts der Enttäuschung über die am Vortag veröffentlichten November-Daten zum US-Verbrauchervertrauen anhalten. Die Zahlen nährten Befürchtungen, wonach die Erholung der US-Konjunktur möglicherweise später als erwartet einsetzen könnte.

Reuters FRANKFURT. Der DJ Stoxx 50 notierte rund 1,2 % tiefer bei 3 590 Punkten. Hauptverlierer waren neben zyklischen Werten erneut die Technologietitel. Der DJ Tech-Subindex gab fast 3,3 % ab. Die grössten Verlierer unter den Schwergewichten waren Philips und Alcatel mit Abschlägen von über 4 %.

LONDON - Die Londoner Aktienbörse notierte schwächer. Der FTSE-100-Index sank rund 0,7 % auf 5 230 Punkte ab. Händler verwiesen auf die enttäuschenden US-Vorgaben sowie auf die schwachen Asienmärkte, die die Stimmung drückten. Unter Abgaben litten vor allem Ölwerte. Shell fielen um 1,23 %, während BP um 1,5 % tiefer notierten. Unter Druck standen auch Telekomwerte, die noch unter den nach unten revidierten Prognosen des finnischen Telekom-Ausrüsters Nokia vom Vortag litten. Vodafone schwächten sich um rund 0,3 % ab. British Telecom (BT) verloren rund 0,7 %. Auch Bankenwerte tendierten schwächer. HSBC gaben 1,4 % nach. Im Fokus der Anleger standen die Titel des südafrikanischen Brauereiunternehmens SAB , die Aufschläge von über sieben Prozent verzeichneten. Händler sagten, der Wert sei von Übernahmefantasien beflügelt worden. Laut einem Bericht der Financial Times, sei der belgische Brauer Interbrew am Unternehmen interessiert.

PARIS - An der Pariser Börse notierte der CAC-40-Index rund 0,8 % schwächer auf 4 449 Zähler. Händler erklärten, enttäuschende US-Vorgaben sowie der im Verlauf des Mittwochs erwartete Wirtschaftsbericht der US-Notenbank Fed hätten die Stimmung im Markt gedämpft. Der Markt neige zur Konsolidierung, hiess es weiter. TotalFinaElf mussten Abschläge von über einem Prozent hinnehmen. Unter Druck standen auch die Aktien des Telekomausrüsters Alcatel , die über drei Prozent nachgaben. Händler verwiesen auf Befürchtungen der Anleger, das Unternehmen könnte anlässlich eines Analystentreffens vom Donnerstag und Freitag seinen Geschäftsausblick für 2002 nach unten revidieren.

ZÜRICH - Die Schweizer Aktien bauten im Verlauf die frühen Verluste aus und notierten deutlich schwächer. Händler verwiesen dabei zum einen auf die jüngsten US-Daten, die zu Befürchtungen geführt hätten, dass sich die Weltwirtschaft doch nicht so rasch erholen dürfte wie angenommen. Zudem seien Befürchtungen aufgekommen, dass auch das Zinsumfeld, sprich die Geld- und Bondmärkte, angesichts der Volatilitäten in Mitleidenschaft gezogen werden könnten. Der SMI büsste bis um 13.20 Uhr 1,76 % ein auf 6 295,2 Punkte. Vor allem Finanzwerte standen unter Druck. UBS und CS Group sanken 1,5 bis zwei, die Vermögensverwalter Bär und Vontobel über zwei bis drei und die Versicherungen Zurich , Baloise und Rentenanstalt bis zu vier Prozent.

AMSTERDAM - Der niederländische AEX-Index verlor fast 1,5 % auf 490 Punkte. Der Index vermochte sich damit nicht über der psychologisch wichtigen Marke von 500 Zählern halten. Laut Händlern belasteten deutliche Verluste im Bereich Hightech und Telekommunikation die Kurse. ASML verloren über zwei Prozent. KPN Telecom büssten fast 4,3 % ein. Händler erklärten die Abschläge mit den negativen Auswirkungen der Neugewichtung der MSCI-Indices. Auch Finanzwerte standen unter Abgabedruck. ING verloren über drei, Aegon rund 0,4 %.

MAILAND - Der Mailänder Mib30-Index gab 0,9 % auf 31 408 Zähler nach. Laut Händlern kamen erneut vor allem Technologie-, Telekom - und Finanzwerte unter Druck. Olivetti brachen um 3,3 % ein. Telecom Italia büssten 1,4 % ein, während sich Telecom Italia Mobile 1,24 % ermässigten. Die Titel der Internetbank Bipop notierten rund 2,7 % schwächer.

MADRID - Die Madrider Börse driftete nach einem hoffnungsvollen Start angeführt von einigen gross kapitalisierten Werten in die Verlustzone ab. Der Ibex-35-Index fiel um 0,75 % auf 8 379 Punkte. Vor allem Finanz- und Telekomwerten kamen unter Druck. Telefonica schwächten sich um 1,2 % ab. Bei den Finanzwerten bewegten sich Central Hispano mit rund 0,3 % im Minus, während Banco Bilbao Vizcaya Argentaria rund 0,6 % verloren.

STOCKHOLM - Der schwedische OMX-Index notierte nach kräftigen Abschlägen bei Telekomwerten 1,4 % tiefer auf 829 Zählern. Auf der Verliererseite standen die Aktien der Telekom-Ausrüster Ericsson und Nokia , die über zwei Prozent nachgaben. Händler sprachen von einer technischer Reaktion. Überdies sei der Markt über die am Vortag bekanntgegebene Einschätzung Nokias über den Umfang der Handyverkäufe im Jahr 2001 enttäuscht.

WIEN - Die Wiener Börse hob sich erneut von den anderen europäischen Börsen ab. Der ATX-Index notierte 0,13 Prozent fester auf 1 097 Punkten. Deutliche Kursgewinne verzeichneten Voest Alpine , die rund 1,3 % zulegten. Die Titel des Energiewertes OMV tendierten rund 1 % fester.

BRÜSSEL - Der belgische Bel-20-Index notierte über ein Prozent tiefer bei 2 579 Zählern. Angeführt wurde die Liste der Verlierer von den Titel des Brauers Interbrew , die fast sieben Prozent einbrachen. Händler sagten, die Titel seien wegen eines Berichts in der Financial Times unter Druck gestanden. Der Artikel besagte, dass Interbrew die Übernahme des südafrikanischen Brauereiunternehmens SAB plane.

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