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Auf dem falschen Fuß erwischt

Das Management des weltweit marktführenden Datennetzkonzerns wurde auf dem falschen Fuß erwischt. Noch am 8. Februar versicherte Vorstand John Chambers, dass im schlechtesten Fall mit einem Umsatzeinbruch von 5 % im dritten Quartal zu rechnen sei.

NEW YORK. Um so erstaunter reagierten Marktteilnehmer auf die nachbörsliche Warnung, dass der Umsatz rund 30 % unter dem Niveau des vorhergehenden Quartals liegen werde. Mit 4,7 Mrd. $ werden die durchschnittlichen Schätzungen der Wall Street um fast 1 Mrd. $ verfehlt. In Anbetracht der überraschend schlechten Umsatzentwicklung wird das Ergebnis pro Aktie in einem sehr niedrigen einstelligen Bereich ausfallen, teilte das Unternehmen mit. Die durchschnittlichen Erwartungen lagen bisher bei 8 Cents pro Aktie.

"Mit einem derart rasanten Einbruch hat niemand gerechnet", sagte Vorstand John Chambers. Die Abkühlung hat sich mit Ausnahme von China in allen globalen Absatzmärkten abgezeichnet. IT-Ausgaben sind sowohl in Australien als auch Korea, Taiwan und Japan unter Druck geraten. Wie befürchtet, hat das fundamentale Umfeld ebenfalls in Europa deutlich nachgelassen. Der Auftragsbestand im Enterprise-Bereich lag im dritten Quartal 20 % unter dem Niveau des zweiten Quartals. Aufträge von Service Providern brachen sogar um 40 % ein. Die Befürchtungen vieler Analysten, dass das Umfeld im Telekombereich vorerst schwierig bleibt, wird durch diesen Einbruch erneut bestätigt.

Um die Betriebskosten zu senken, will Cisco 8500 Arbeitsstellen streichen. Der Stellenabbau werde ab dem vierten Quartal zu Einsparungen von jährlich 1 Mrd. $ führen. Im dritten Quartal wird der Vorgang allerdings zu ausserordentlichen Kosten von 800 Mill.$ bis 1,2 Mrd. $ führen. Weitere 2,5 Mrd. $ an ausserordentlichen Kosten fallen durch die Abschreibungen von Lagerbeständen an. Selbst nach den Abschreibungen bleiben die Lagerbestände mit 1,6 Mrd. $ relativ hoch. Das fundamentale Umfeld wird auch im dritten Quartal den Boden nicht erreicht haben. So soll der Umsatz im vierten Quartal voraussichtlich 10 % unter dem Niveau des dritten Quartals liegen.

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