Auf dem Markt der Pharma-Logistik locken dicke Gewinnspannen
Kühne & Nagel zeigt sich konjunkturresistent

Der Transport- und Logistikkonzern Kühne & Nagel hat sich in seinen Aktivitäten so gut aufgestellt, dass die Konjunkturflaute den Konzern im Jahr 2001 unberührt ließ. Auch in diesem Jahr will sich Kühne & Nagel unter den weltweit führenden Logistikunternehmen behaupten.

beu HAMBURG. Die Transport- und Logistikgruppe Kühne & Nagel AG (KN), Schindellegi/Schweiz, hat nach Einschätzung ihres Verwaltungsratspräsidenten Klaus-Michael Kühne noch gute Chancen in Frankreich, Italien und Skandinavien. Durch Akquisitionen in diesen Ländern könnte das Unternehmen sein Wachstum beschleunigen, sagte Kühne, der 56 % der Gruppe kontrolliert, dem Handelsblatt.

Verstärken will sich der Konzern in der Pharma-Logistik. Hier ist die Wertschöpfung besonders hoch. Sollte sich ein geeignetes Übernahmeobjekt bieten, "dann könnten wir etwas Größeres realisieren".

Eher theoretisch ist für Kühne dagegen die Frage, ob der Konzern an einer Übernahme der Stinnes-Tochter Schenker interessiert ist. "Was uns an Schenker faszinieren würde, sind die Landverkehre, mit denen viel Geld verdient wird." Käme es zu einer Aufteilung von Schenker, würde KN große Anstrengungen unternehmen, dort zum Zuge zu kommen. Für wahrscheinlicher hält Kühne allerdings, dass die Deutsche Bahn AG alle Hebel in Bewegung setzen wird, um ihre Ex-Tochter Schenker zurückzubekommen.

Kühne prüft derzeit, ob er die Ende 2000 verabredete Überkreuzbeteiligung mit der Singapurer Sembcorp Logistics ausbaut. Nach dem Abkommen ist eine gegenseitige Beteiligung von je 20 % möglich. Sembcorp hat sich bereits mit 20 % an KN beteiligt, KN andererseits erst mit 5 % in Singapur. Die nächste Option über 5 % wäre im Mai möglich. Allerdings ist die Kooperation nach Kühnes Worten bisher etwas "zähflüssig" verlaufen und hat die Erwartungen noch nicht erfüllt.

Die KN-Gruppe hat im Jahr 2001 Konjunkturresistenz bewiesen und das bereits hohe Vorjahresergebnis von 110 Mill. Euro noch übertroffen. Der Reingewinn stieg um 27,5 % auf 160,5 Mill. sfr. "Das ist mit Abstand das beste Ergebnis des Konzerns, selbst unter Berücksichtigung der darin enthaltenen 10 Mill. sfr an außerordentlichen Erträge aus einem Verkauf," betont Kühne. Für das laufende Jahr will Kühne daher erst eine Prognose abgeben, wenn die Ergebnisse für das erste Quartal 2002 vorliegen.

Der Umsatz erreichte 8,4 Mrd. sfr (5,75 Mrd. Euro), 2,1 % mehr als im Vorjahr. Doch ist, wie KN klarstellt, der Umsatz bei Speditionsunternehmen auf Grund der beträchtlichen Aufwendungen für Zölle, Steuern und Frachtkosten , nicht sehr aussagekräftig. Entscheidend ist der Rohertrag. Der legte um fast 19 % auf 1,7 Mrd. sfr (1,16 Mrd. Euro) zu.

Hierzu haben nach Mitteilung des Unternehmens alle Geschäftsbereiche beigetragen. Wie in den Vorjahren erwies sich die Seefracht als besonders ertragsstark. Die erstmals vorgelegte Segmentberichterstattung zeigt für die Seefracht 531 (456) Mill. sfr Roherträge und einen Gewinn vor Steuern und Zinsen (Ebit) von knapp 110 Mill. sfr ( 68,5 Mill. Euro). Damit steht die Seefracht allein für 52 % der Vorsteuergewinne des KN-Konzerns.

Stark zugelegt hat bei den Roherträgen auch die Kontraktlogistik. Hier wirkt sich die Übernahme der amerikanischen USCO Logistics zum 1. August 2001 aus. Die Roherträge der Kontraktlogistik stiegen von 401 auf 595 Mill. sfr (407 Mill. Euro).

In diesem Jahr wird sich die weltweit tätige Gruppe darauf konzentrieren, noch mehr globale integrierte Logistiklösungen zu schaffen. Damit erschließe sich der Konzern ein neues Geschäftspotenzial und verringere die zyklische Anfälligkeit einiger Geschäftsfelder, betont Kühne. "Mit diesem Anspruch werden wir uns auch 2002 unter den weltweit führenden Logistikunternehmen behaupten." Der Kurs der Kühne & Nagel-Aktien stieg bis Mittag in einem festeren Gesamtmarkt um fast 4 % auf 106 sfr.

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