Auf dem Weg zu einem Einsatzort
Hubschrauber in Hamburg abgestürzt: Fünf Tote

Bei einem Hubschrauberabsturz in Hamburg sind am Donnerstag alle fünf Besatzungsmitglieder ums Leben gekommen. Die Polizei geht nach Angaben ihres Sprechers Reinhard Fallak davon aus, dass die Leiche des fünften, zunächst vermissten Opfers unter den Trümmern des Helikopters liegt.

dpa HAMBURG. Es begann als Routineeinsatz: Um 9.13 Uhr am Donnerstagmorgen wurde die Besatzung des Rettungshubschraubers "Anneliese" vom Bundeswehrkrankenhaus Hamburg-Wandsbek zu einem bewusstlosen Autofahrer gerufen. Um 9.19 Uhr wurden die Rettungsflieger noch in der Luft wieder abbestellt, die Besatzung eines Krankenwagens hatte bereits helfen können. Um 9.22 Uhr geschah das Unfassbare: Der SAR-Helikopter stürzte aus mehr als 100 Metern ab und riss fünf Besatzungsmitglieder in den Tod.

Die 15-jährige Kimberly Borchert sah die Katastrophe kommen: "Ich habe aus dem Fenster meines Zimmers gesehen wie der Hubschrauber plötzlich steil nach oben ging, dann hat er sich nach hinten weggedreht, ein Teil ist abgeflogen und er ist nach unten gefallen". Sie hörte dann noch einen lauten Knall, als die Maschine am Rande eines Gewerbegebietes in eine Kleingartenkolonie im Stadtteil Hummelsbüttel stürzte.

An Bord von SAR 71 waren ein Pilot, ein Bordmechaniker und zwei Rettungssanitäter von der Bundeswehr sowie ein ziviler Notarzt. Zunächst fand man allerdings erst vier Leichen. "Der fünfte Tote liegt unter den Trümmern, die Stück für Stück abgetragen werden müssen", sagte Polizeisprecher Reinhard Fallack.

Eine Unfallkommission des Hamburger Landeskriminalamtes (LKA) soll nun gemeinsam mit Vertretern der Bundeswehr und Experten des Luftfahrbundesamtes die Unfallursache klären. Nach den bisherigen Ermittlungen wird von einem technischen Versagen ausgegangen. Augenzeugen berichteten von Feuer und dem Abbrechen des Heckrotors.

Der Hubschrauber vom Typ Bell UH-1 D brannte unmittelbar nach dem Aufprall vollständig aus. Vier Gartenlauben wurden ebenfalls ein Raub der Flammen. Trümmerteile krachten auch zwischen die Häuser des Gewerbegebietes. Rotorblätter trafen auf einem Parkplatz einen Kleintransporter, Feldjäger der Bundeswehr fanden kleinere Trümmerstücke auf dem Flachdach eines Bürogebäudes. Wie durch ein Wunder wurde am Boden niemand verletzt.

Für eine Augenzeugin war das Miterlebte allerdings zu viel. Sie erlitt einen Schock und wurde ins Krankenhaus gebracht. Auch ein Bundeswehrsoldat, der die verunglückten Kameraden gut kannte, brach zusammen. Betroffen zeigte sich auch Bürgermeister Ole von Beust (CDU): "Dass ausgerechnet Menschen, die sich selbst für die Rettung anderer einsetzen, bei einem solchen Unglück sterben, ist erschütternd".

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%