Auf der CeBIT redet keiner über PC
PC sind so uncool wie eine Waschmaschine

Was dem Autofan PS-Zahl und Hubraum, sind dem PC-Besitzer die Taktrate seines Prozessors und die Größe der Festplatte. Aber immer weniger Käufer interessieren sich auf der weltgrößten Computermesse CeBIT für solche technischen Details.

dpa HANNOVER. Denn PC's gehören inzwischen so selbstverständlich zum Alltag wie Toaster oder Waschmaschinen. "Vor etlichen Jahren hätte niemand gedacht, dass der Computer mal ein einfacher Gebrauchsgegenstand wird, aber heute müssen wir sehen, dass es genau so ist", sagt Bernd Bischoff, Vizepräsident für Verkauf, Marketing und Kundenservice beim europäischen Marktführer Fujitsu Siemens.

"Fragen wie nach dem PC-Chip oder der Speicherkapazität sind nicht mehr das Entscheidende", sagt auch Hartmut Woerrlein, bei Compaq für das Verbrauchergeschäft und Firmen-PCs zuständig. "Der PC ist vor 20 Jahren erfunden worden, im Prinzip ist die Idee dahinter immer noch die Gleiche." Dass auf der weltgrößten Computermesse CeBIT in Hannover fast niemand über die oft als "Rechenknechte" verspotteten Geräte redet, liegt aber nicht an mangelndem Fortschritt.

Zum einen sind die Abstände, in denen vor allem Firmen ihre PC aus Altersgründen wechseln, deutlich gewachsen. Konnten die Hersteller früher mit zwei, höchstens drei Jahren Laufzeit für ein Gerät rechnen, sind es heute bis zu fünf Jahre. "Wenn dann jemand mehr als 5 000 PC kauft, wird praktisch nur nach dem Preis gegangen", sagt Bischoff. "Die Leute kaufen keinen neuen PC, sondern eine neue Maus", beschreibt Guerrino de Luca, Präsident von Logitech, die Entwicklung.

Zum anderen mag der PC zwar zur Selbstverständlichkeit werden, verzichtbar ist er deshalb noch lange nicht. Microsoft-Gründer Bill Gates sprach dem Rechner einst die Rolle des digitalen Nervenzentrums eines jeden Haushalts zu. Ganz so weit ist es zwar noch nicht. Doch die Stars der CeBIT 2002 - seien es Organizer, Handheld-Rechner oder Mobiltelefone - bauen alle mehr oder minder stark darauf, dass in erreichbarer Nähe noch einer der althergebrachten, beige-farbenen PC steht. Und das inhaltliche Top-Thema der Messe, drahtlose Datenkommunikation, wäre ohne PC als zentrale Verwaltungs- und Bearbeitungsstellen dieser Daten kaum denkbar. "Die Intensität der PC-Nutzung steigt ständig", sagt de Luca.

Die Branchenanalysten rechnen für das laufende Jahr wieder mit steigenden Absatzzahlen auf dem Markt. IDC erwartet im Vergleich zum Vorjahr einen Anstieg um rund drei Prozent auf 125,5 Millionen Stück, allerdings waren die Zahlen im Jahr 2001 auch um rund fünf Prozent gefallen. Vor allem im Verbrauchermarkt schiebt Software wie das neue Windows-Betriebssystem XP oder f Multimedia den Absatz an. Salomon Smith Barney erwartet sogar ein kontinuierliches Wachstum um sechs bis sieben Prozent pro Jahr. Das tröstet zwar die Hersteller, aber kaum die Käufer: "Cool" wird ein PC wohl nie mehr sein.

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