Auf der Verliererseite steht die Internolix AG
Wachstumstitel trotz guter US-Vorgaben unter Druck

Auf der Verliererseite steht die Internolix AG. Am Morgen hatte das Unternehmen mitgeteilt, im ersten Quartal 2001 einen deutlich unter den eigenen Planungen liegenden Umsatz erwirtschaftet zu haben. Consors profitiert von Übernahmegerüchten

Reuters FRANKFURT. Der Neue Markt ist am Montag trotz guter Vorgaben aus den USA nach anfänglichen Gewinnen ins Minus gedreht und verlor bis zum Nachmittag über 2 %. Händler erklärten die Verluste mit einer Reihe von schlechten Unternehmensnachrichten wie die deutliche Verfehlung der Umsatzziele der Internolix AG im ersten Quartal 2001. Die guten Nachrichten am Markt würden zwar honoriert, könnten aber den Gesamtmarkt nicht beflügeln, sagte Michael Völler, Aktienhändler beim Handelshaus Concord Effekten. Die Teilnahmslosigkeit und Verunsicherung der Marktakteure halte seiner Einschätzung nach an. Auch die Trennung des Bankhauses Julius Bär Portfoliomanager Kurt Ochner habe den Markt belastet.

Der alle Werte umfassende Nemax-All-Share-Index gab bis zum Nachmittag 2,31 % auf 1 637 Punkte nach. Der Auswahlindex Nemax 50 rutschte 2,1 % auf 1 475 Zähler und damit wieder unter die psychologisch wichtige Marke von 1 500 Stellen. Bereits am Freitag hatten beide Indizes rund ein Prozent verloren. Die US-Technologiebörse Nasdaq hatte am Freitag nach dem deutschen Handelsschluss ihre Verluste wieder wettmachen können und war mit einem Plus von 1,08 % bei 1 840 Punkten aus dem Handel gegangen. Kurz nach Eröffnung des Handels am Montag notierte der Nasdaq Composite Index mit 0,01 % im Minus bei 1 840 Stellen.

Der Markt befürchtet nach Händlereinschätzung nach der Trennung der Julius Bär Kapitalanlage AG von seinem Portfoliomanager Ochner einen erhöhten Verkaufsdruck bei kleinen und mittelgroßen Titeln am Wachstumssegment. Ochners Fonds sei besonders in solchen Werten aktiv und halte große Bestände, sagte ein Händler. Nun könnten große Verkaufsorder anstehen, hieß es. Ochner war zuvor auf Grund unterschiedlicher Auffassungen über die Strategie des Bankhauses mit sofortiger Wirkung von seinen Aufgaben entbunden worden, teilte die Bank am Morgen mit.

Auf der Verliererseite ragte die Internolix AG heraus, die über 53 % auf 3,25 Euro nachgab und im Handelsverlauf zeitweise auf ein neues Rekordtief von 3,01 Euro fielen. Am Morgen hatte das Unternehmen mitgeteilt, im ersten Quartal 2001 einen deutlich unter den eigenen Planungen liegenden Umsatz erwirtschaftet und seine Planzahlen für 2001 nach unten korrigiert zu haben. "Der Markt ist von den Zahlen sehr enttäuscht", sagte ein Händler. Auch die Caatoosee AG gab am Montag kräftig nach. Die Papiere der Informationslogistik-Firma verloren in der Spitze über 55 % auf ein neues Rekordtief 14,80 Euro. Bei Caatoosee sei Fondsmanager Ochner "stark engagiert", sagte ein Börsianer. Der Markt befürchte nun, dass die bisherige Unterstützung für den Wert ausbleibe, hieß es.

Unter den Kursgewinnern stand die Direktbank Consors im Blickpunkt, die knapp 16 % auf 28,27 Euro zulegen konnten. Es gebe Gerüchte, wonach der am Neuen Markt gelistete Online-Broker von dem neu zu gründenden ersten deutschen Allfinanzkonzern aus Allianz und Dresdner Bank vollständig übernommen werden soll, sagte ein Händler. Diese Gerüchte kommentiere das Unternehmen nicht, sagte ein Consors-Sprecher auf Nachfrage. Das Bankhaus Sal. Oppenheim stufte die Consors-Aktien am Montag auf "Outperformer" von zuvor "Neutral" herauf und verwies zur Begründung auf die Möglichkeit einer Übernahme durch die Allianz.

Unter den kleineren Werten gewann die Internet-Agentur WWL Internet über elf Prozent auf 1,45 Euro. Die Anlegerzeitung "Euro am Sonntag" hatte die Anteilsscheine in ihrer jüngsten Ausgabe zum Kauf empfohlen. Die Aktien haben nach den wochenlangen Verlusten nun wieder Luft bis zu zwei Euro, hieß es in dem Zeitungsbericht.

Nach Angaben der Deutschen Börse AG wurden die Papiere der Teldafax AG am Morgen vom Handel ausgesetzt. Das Unternehmen hatte am Vormittag mitgeteilt, die Einleitung eines Insolvenzverfahrens wegen der drohenden Abschaltung ihres Telekommunikationsnetzes durch die Deutsche Telekom beantragt zu haben.

Ein verhaltenes Börsendebüt hat am Montag die Nordex AG gefeiert. Die Aktien des Windkraftanlagenbauers wurden in der ersten Notierung mit neun Euro bewertet, was genau dem Ausgabepreis am unteren Ende der reduzierten Bookbuildingsspanne entsprach. Bis zum Nachmittag fielen die Papiere auf 7,50 Euro.

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