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Auf die Noten kommt es an

Wer „A“ sagt, sagt manchmal auch „B“. Und mitunter steht sogar ein „C“ oder „D“ davor, wie bei den Argentinien-Anleihen.

Immer öfter werden Sie mit diesen amerikanischen Schulnoten für große Schuldner konfrontiert. Internationale Rating-Agenturen prüfen Staaten, Organisationen und Unternehmen auf ihre Qualität als Kreditnehmer – zum Beispiel wenn sie Anleihen am Kapitalmarkt auflegen – und bewerten dann die Bonität. Die höchste Note, die nur ganz wenige bekommen, ist „AAA“, das Triple-A.

Da das Risikobewusstsein gestiegen ist, uns es gibt weitere Gründe, gewinnt das Rating immer mehr an Bedeutung. Das wurde jetzt auch auf einer Fachkonferenz in Frankfurt bestätigt. Zudem ist die Gründung weiterer Rating-Agenturen ebenso in der Diskussion wie die Schaffung eines neuartigen Aktien-Ratings. Kritisch diskutiert wird vor allem die wachsende Macht der amerikanischen Rating-Agenturen, die zuletzt führende Rückversicherer unter Druck gesetzt haben. Man wird bald darauf reagieren wollen: Marktführer Münchner Rück will seine „AA“-Note zurück gewinnen. Apropos München: Der Freistaat Bayern hat soeben sein „AAA“ bestätigt bekommen – weil er niedriger verschuldet ist als andere Bundesländer. Nur Baden-Württemberg darf sich ebenfalls über ein Triple-A freuen.

Was bedeutet das alles für Sie? Stark verkürzt: Gute Rating-Noten sind gut für die Aktiengesellschaft und deren Börsenkurs und signalisieren Sicherheit, wenn Anleger etwa eine „AAA“-Anleihe erwerben. Die besten Schuldner zahlen am Kapitalmarkt aber auch die niedrigsten Zinsen – wenn Sie also überdurchschnittliche Renditen haben wollen, müssen Sie höhere Risiken eingehen, was in einem niedrigeren Rating – zum Beispiel mit „B“-Noten – zum Ausdruck kommt.

Hier erreichen Sie den Autoren per E-Mail: h.kutzer@vhb.de

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