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Auf hoher See

Der nächste Terror-Anschlag kommt von See her und nicht aus der Luft. Davon sind Sicherheitsexperten überzeugt. Gleichwohl ist die Welt nicht darauf vorbereitet.

Vielflieger wissen ein Klagelied davon zu singen. An Flughäfen werden sie auch zwei Jahre nach den Anschlägen des 11. September 2001 zeitraubend streng kontrolliert. Ob das der Sicherheit nutzt, ist fraglich. Vor allem deshalb, weil der nächste Anschlag nicht aus der Luft, sondern von See her kommt. Das glauben Geheimdienste schon lange und das belegt eine jetzt gerade erschienene Studie der Londoner Sicherheitsagentur Aegis. Terroristen kapern Schiffe - oft nur für Stunden - um das Manövrieren zu lernen. Was den Terroristen des 11.9. in den Flugschulen Floridas übten, das trainieren die Täter von Morgen in den Gewässern Asiens.

Der nächste große Anschlag - so fürchten die Experten - wird mit der Hilfe eines entführten Öl- oder Gastankers ausgeführt. Die könnte man in Häfen in die Luft jagen oder zur Blockade wichtiger Wasserstraßen benutzen. Der wirtschaftliche Schaden allein wäre beträchtlich. Immerhin wickelt die kommerzielle Seefahrt 80 Prozent des physisch stattfindenden Welthandels ab. Häfen und Schiffe sind heute nicht auf dem Sicherheitsstandard von Flughäfen. Die Kosten für eine Nachbesserung sind beträchtlich. Zu den Grundinvestitionen in Milliardenhöhe kämen jährliche Kosten von 700 Millionen Dollar, um rund 50000 Schiffe und 4000 Häfen entsprechend auszustatten.

Wir müssen einsehen, dass es akzeptable Sicherheit - von absoluter gar nicht zu reden - gegen Terror nicht geben kann. Helfen aber würde dies: Der Einsatz paramilitärischer Geheimdienstkommandos gegen die Terroristen - anstatt großer Militärschläge a la Irak. Und zugleich die Bekämpfung der Quellen des Terrors. Das ist keine Politik demonstrativer Stärke - aber eine die funktioniert.

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