Auf mittlere Sicht erwarten Analysten ein Ende der Abwärtsspirale bei den Bonitätsbewertungen der Autohersteller
Auto-Anleihen erholen sich

Die Konjunkturlage ist schwierig, die Absätze sinken - und damit auch die Ratingnoten für Autohersteller. Analysten rechnen damit, dass sich der Trend wendet. Davon könnten Auto-Bonds profitieren.

FRANKFURT/M. Schnittige Coupés, wuchtige Rolls-Royces sowie der leistungsstärkste Mercedes aller Zeiten - auf der am heutigen Donnerstag eröffneten Genfer Automobilmesse locken die Autohersteller mit reichlich PS zum Kauf.

Dass die Anleihen der Konzerne ein vergleichsweise sicherer Weg sind, um das dafür nötige Kleingeld zu verdienen, haben die vergangenen Jahre gezeigt: Anleger, die zu Beginn des Jahres 1998 in die Bonds eingestiegen sind, haben jährlich 5,5 % verdient. Dabei drückt die Konjunkturflaute die Ratings der Hersteller und die Kurse der Bonds. Experten glauben aber, dass die Abwärtsspirale bei den Bonitätsbewertungen bald vorüber ist, und geben den Bonds gute Chancen auf Kursgewinne.

Vom Tiefpunkt im Oktober vergangenen Jahres haben sich die Papiere bereits erholt. Damals lag die Rendite der für den Sektor Richtung weisenden, im Februar 2005 fälligen Anleihe des US-Konzerns Ford rund 5 % über derjenigen vergleichbarer Bundesanleihen. Diese Risikoprämie fiel vorüber gehend bis auf 2,3 % und liegt aktuell bei einem Wert von 3,3 %.

Bernhard Jeggle, Analyst bei der Landesbank Baden-Württemberg, rechnet mittelfristig mit weiteren Kursgewinnen. "In diesem Jahr sollte der seit dem Jahr 2000 anhaltende Rating-Abstufungstrend bei den Automobilherstellern zu einem Ende kommen und die Bewertungen sollten sich stabilisieren", sagt er. Allein dies sei genug, um eine Kurserholung zu ermöglichen - für Aufstufungen sei es noch zu früh. Die Bonitätsbewertung von Ford ist seit 2000 bei Standard & Poor?s um drei Ratingstufen auf "BBB" gesunken, General Motors? Bewertung um zwei Stufen auf "BBB". Das Rating von Daimler-Chrysler fiel um eine Stufe auf "BBB+". "Das Jahr 2002 war ein schwieriges Jahr, dennoch hat sich die Ertragslage gegenüber 2001 erholt", begründet Jeggle seinen Optimismus für ein Ende der Rating-Talfahrt. Dabei verspricht er sich auch Unterstützung durch die Konjunkturentwicklung in der Eurozone und den USA. "Wenn der Irak-Konflikt geklärt wird, dürfte sich die Stimmung an den Finanzmärkten deutlich aufhellen", sagt er. Für Heraufstufungen der Bonität der "Großen Drei" sei es aber noch zu früh.

Mittelfristig findet er besonders Bonds von General Motors und Ford interessant. Doch sei für deutliche Kursgewinne eine Erholung der Aktienmärkte nötig, um die hohen Unterdeckungen bei den Pensionsverpflichtungen der beiden Konzerne zu mildern.

Auf kurze Sicht setzt der LBBW-Analyst auf Grund der Risiken der Irakkrise auf "konservative" Werte wie Volkswagen, BMW und PSA Peugeot Citroen. Wie Jeggle findet auch Axel Gatzen, Analyst bei der WGZ-Bank, die Papiere von Daimler-Chrysler interessant. "Der Erfolg der Sanierung von Chrysler und Mitsubishi lassen weiter eine gute Wertentwicklung erwarten. Wir gehen von einer weiteren Ergebnisverbesserung aus", sagt er. Die 2006 fällige Anleihe von Daimler-Chrysler (WKN 611 867) könnten sich Investoren als "konservatives" Investment ins Depot legen.

Mit Abstand die höchsten Renditen innerhalb des Sektors bringen Bonds des italienischen Autokonzerns Fiat. Am gestrigen Mittwoch stiegen sie weiter an, nachdem die Ratingagentur Standard & Poor?s die kurzfristige Bonität von Fiat von "A-3" auf "B" und damit in die "Spekulationsklasse" herabgestuft hatte. Auch das Rating der langfristigen Verbindlichkeiten von Fiat liegt mit "BB+" unterhalb der "Investment-Klasse". Am Mittwoch rentierte die 2011 fällige Fiat-Anleihe, die mit einem Kupon von 6,75 % hat, mit 8,21 %.

"Bei Fiat-Anleihen ist für Anleger absolute Vorsicht geboten", sagt Axel Gatzen, Analyst bei der WGZ-Bank. Solange über das Restrukturierungsprogramm für den Konzern nicht Klarheit herrsche, sollten sich Investoren trotz der hohen Renditen zurück halten, warnt der Experte.

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