Auf und ab nach der Bush-Rede
Tokioter Börse kann Gewinne nicht halten

Die Börse Tokio hat am Dienstag nach dem Ultimatum von US-Präsident George W. Bush an den irakischen Präsidenten Saddam Hussein höher aber deutlich unter ihrem Tageshoch geschlossen.

Reuters TOKIO. Unmittelbar vor und nach der Rede Bushs hatte der 225 Werte umfassende Nikkei-Index rund zwei Prozent im Plus gelegen. Dann setzten gemäss Händlern Gewinnmitnahmen ein.

Der 225 führende Werte umfassende Nikkei-Index schloss noch 1,05 Prozent oder 82,82 Punkte höher mit 7954,46 Punkten. Der breitgefasste Topix-Index legte 0,82 Prozent oder 6,35 Zähler zu auf 783,56 Punkte.

Zunächst habe der Optimismus auf ein rasches Ende des Kriegs in Irak dem Markt zu Gewinnen verholfen und den Nikkei über 8000 Punkte getrieben. Dann hätten Zweifel überhand gewonnen, wer denn über 8000 Punkten noch kaufen wollte, wenn es grundsätzlich an Vertrauen in die japanische Wirtschaft fehle.

Bush hatte in seiner Fernsehansprache an die amerikanische Nation in der Nacht Saddam und seinen Söhnen 48 Stunden Zeit gegeben, das Land zu verlassen und somit einen Krieg abzuwenden. Nun erwarteten Händler in den USA eher fallende Kurse, da mit dem Ultimatum möglicherweise eine höhere Anschlagsgefahr einhergehe. Die USA hatten nach der Rede die nationale Alarmstufe auf das zweithöchste Niveau gehoben. Auch Japans Preimierminister Junichiro Koizumi habe die Stimmung etwas getrübt, indem er gesagt hatte, er wolle die USA gegen die öffentliche Meinung in Japan unterstützen.

"Koizumis Kommentare haben wieder gezeigt, wie abhängig Japan von den USA ist. Japan fehlt es an einer eigenen Aussenpolitik und das bedeutet, wir sollten diesen Markt nicht als Ganzes kaufen", sagte Shuichi Hida, Portfoliomanager bei Plaza Asset Management. Es seien lediglich einzelne Gesellschaften, die international operierten oder die grosse Gewinne erzielten, auf die man setzen sollte, sagte er.

Zu den Gewinnern, die aber unter dem Tageshoch schlossen, gehörten vor allem exportorientierte Standardwerte wie der Halbleiterausstatter Advantest Corp oder der Unterhaltungselektronikgigant Sony Corp.

Im Brokerage-Sektor stiegen Nomura Holdings über 4,5 Prozent. Die Nummer drei Nikko Cordial Corp legte gar 5,5 Prozent zu. Nach Börsenschluss teilten die Aufsichtsbehörden aber mit, Nikko Salomon Smith Barney, eine gemeinsame Tochter von Nikko und der Citigroup, müsse während 20 Handelstagen den Handel mit eigenen Aktien als Busse wegen Kursmanipulationen aussetzen.

Tiefere Ölpreise hätten zudem die Aktien der Ölproduzenten belastet.

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