Auf verlorenem Posten
Skibbe hält Wort

Michael Skibbe möchte nicht diese "Nichts-Halbes-und-nichts-Ganzes-Lösung" für den Deutschen Fußball-Bund sein. Als Interimscoach für das Länderspiel am 18.August gegen Österreich erteilte er dem DFB eine klare Absage. Damit hält er sein Versprechen gegenüber Rudi Völler. "Ich werde definitiv nicht das Erbe von Rudi Völler antreten, egal, wie kurz es ausfiele. Das wäre gegen unsere Absprachen", sagte Skibbe am Sonntag bei einem Besuch einer Talentsichtung in Bad Nauheim der dpa. Die Trainersuche des DFB geht unerlässlich weiter. Fortsetzung folgt...

HB BAD NAUHEIM. Franz Beckenbauer hatte Skibbe als Interimslösung ins Gespräch gebracht, falls der DFB bis Mitte August noch keinen Nachfolger für Völler gefunden hat. "Als Rudi und ich vor vier Jahren angetreten sind, haben wir vereinbart, dass ich keinesfalls sein Nachfolger werde", begründete Skibbe, der bis 2006 einen Vertrag als DFB - Jugendkoordinator besitzt, seine Absage.

Den Rücktritt von Völler, durch den er seinen Posten verlor, bezeichnete er auch mit dem Abstand von zehn Tagen als konsequent und richtig. "Wir haben schon im Vorfeld der EM viele Dinge durchgespielt. Die Entscheidung haben wir dann nach der Niederlage gegen Tschechien auf dem Rückflug nach Faro besprochen. Was ihn dazu bewogen hat, war die Art und Weise des Ausscheidens. Die hat ihn und mich sehr enttäuscht", berichtete Skibbe, der den EM-Misserfolg in Portugal noch nicht verwunden hat.

Eine von immer mehr Leuten geforderte Rückkehr Völlers schließt er aus. "Ich denke nicht, dass er zurückkommt. Seine Entscheidung steht. Er hat den Schritt nie in Zweifel gezogen", sagte Skibbe, der nach der Rückkehr mit Völler fast täglich telefoniert und sich einige Male zum Essen getroffen hat. An den Spekulationen über den neuen Teamchef will sich der 38-Jährige nicht beteiligen. "Das ist nicht meine Aufgabe. Vielleicht finden wir jemanden, der es hinbekommt, dass wir in zwei Jahren so gut sind, um Weltmeister zu werden", wehrte Skibbe alle Nachfragen ab.

Immerhin gestand er ein, dass auch ihn die Absage von Ottmar Hitzfeld überrascht habe. "Ich hatte gedacht, dass er den Job macht", sagte Skibbe, der über seine eigene Zukunft beim DFB noch keine Gespräche geführt hat. "Ich werde abwarten, bis der neue Cheftrainer gefunden ist", erklärte Skibbe, der sich eine Aufgabe als Nachwuchscoach beim DFB vorstellen könnte: "Das würde ich machen, denn ich bin gerne Trainer."

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