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Aufatmen beim FC Bayern: Deisler bald wieder zurück

Der Schreck war riesig, entsprechend groß ist nun die Erleichterung: Beim FC Bayern München hat die baldige Rückkehr von Sebastian Deisler für Aufatmen gesorgt.

dpa MÜNCHEN. Der Schreck war riesig, entsprechend groß ist nun die Erleichterung: Beim FC Bayern München hat die baldige Rückkehr von Sebastian Deisler für Aufatmen gesorgt.

"Ich rechne damit, dass er nächste Woche wieder mit trainiert und uns dann zur Verfügung steht", sagte Trainer Felix Magath. Einen genauen Termin für den Wiedereinstieg des 24-Jährigen ins Training gibt es aber noch nicht. Der im Vorjahr an Depressionen erkrankte und nun wieder unter gesundheitlichen Problemen leidende Fußball-Nationalspieler soll nicht unter Druck gesetzt werden.

Nach der Champions-League-Partie bei Juventus Turin und dem Bundesliga-Spiel bei Hansa Rostock wird Deisler aber wohl auch gegen den VfL Wolfsburg noch fehlen. Der psychisch labile Spieler war auf eigenen Wunsch kurzfristig aus Turin nach München zurückgereist, weil er sich nicht wohl gefühlt hatte.

Nach einer Untersuchung durch Professor Florian Holsboer kam aber schon am Abend nach Deislers Rückkehr die Entwarnung. Im Gegensatz zum Vorjahr, als Deisler mehrere Wochen stationär behandelt werden musste und fast ein halbes Jahr ausfiel, wird der Mittelfeldmann diesmal offenbar nicht länger pausieren müssen. Wahrscheinlich kann Deisler, der auf Anraten seines Arztes eine Verhaltenstherapie absolvieren wird, schon zu Wochenbeginn wieder trainieren. "Wir haben uns alle total gefreut, dass er wieder dabei sein wird", beschrieb Torsten Frings die Reaktion der Mannschaft auf die ersehnte gute Nachricht.

Bundestrainer Jürgen Klinsmann versicherte, dass durch die Nationalmannschaft kein Druck auf Deisler entstehen solle. Eine Nominierung für das nächste Länderspiel am 17. November gegen Kamerun sei noch völlig offen. "Wir haben immer betont, dass wir sein Tempo aufnehmen." Anders als Klinsmann sprach sich Vereins-Coach Magath gegen das Engagement eines Psychologen aus. Das hätten viele Vereine versucht, "und die haben alle wieder aufgehört", sagte Magath.

Trotz des positiven Bescheides hielt man sich in der Führungscrew des FC Bayern wie schon in den Vortagen mit öffentlichen Statements auffällig zurück. Die beim DFB-Bundestag in Osnabrück weilenden Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß äußerten sich vorerst nicht. Auch Franz Beckenbauer sagte in Osnabrück lediglich: "Ich bin kein Arzt und kann nur schlecht etwas dazu sagen." Noch im Vorjahr hatten die Münchner in enger Kooperation mit Holsboer und nach Absprache mit Deisler keine Geheimnisse um die Erkrankung machen wollen.

Mittlerweile beruft man sich nahezu ausschließlich auf die von Holsboer erhaltenen Informationen und will somit offenbar möglichst wenig Wirbel verursachen. Energisch bestritt Bayern-Sprecher Markus Hörwick daher auch, dass es zwischen dem Verein und dem Leiter des Max-Planck-Instituts für Psychiatrie Differenzen gebe. "An diesem Arzt gibt es nichts zu deuteln. Er ist weltweit die Nummer eins und wir sind froh, dass es diese Kapazität in München gibt", sagte er. Münchner Zeitungen hatten berichtet, dass Rummenigge und Hoeneß erbost über die von Holsboer noch vor der Untersuchung Deislers abgehaltene Pressekonferenz seien. "Wir waren etwas überrascht, aber es ist alles ausgeräumt", sagte Hörwick.

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