Aufatmen in aller Welt
Sicherheitstest Olympia bestanden

Aufatmen in Salt Lake City und wohl in aller Welt: Die Olympischen Winterspiele haben sich als so sicher erwiesen, wie es US-Politiker und Funktionäre versprochen hatten. Athleten und Zuschauer kehren unversehrt heim.

HB/dpa SALT LAKE CITY. Sportliche Rekorde, Höchstleistungen und vielleicht auch Skandale und politische Scharmützel bestimmen die Erinnerung und nicht Sirenen, Angst und Blut. Der Fall X, ein neuer Terroranschlag, trat nicht ein. Falsche Alarme blieben erstaunlich rar und gewalttätige Demonstranten ganz weg.

Am Ende waren es bierdurstige Randalierer, die die Polizei auf den Plan brachten und für Schlagzeilen sorgten - ein minimaler Vorgang angesichts der immensen Herausforderungen, die diese Spiele nach dem 11. September für die US-Sicherheitsbehörden bedeuteten. So schickte denn auch Robert Flowers am Sonntagabend ein rasches Dankeschön gen Himmel, als der letzte Feuerwerksfunken bei der Schlussfeier erlosch. "Thanks God", sagte der Chef von Utahs olympischen Sicherheitskommando. "Jetzt können wir wirklich anfangen, uns zu entspannen. Es ist alles glatt gelaufen."

Über 15 000 Sicherheitskräfte waren während der 17 olympischen Tage zum Schutz von Athleten und Zuschauern aufgeboten worden, weit über 300 Mill. $ wurden in die Sicherheitsmaschinerie gesteckt. Insgesamt hat es noch nie zuvor bei einer internationalen Sportveranstaltung und wahrscheinlich einer Veranstaltung überhaupt einen derartigen Sicherheitsaufwand gegeben. Er zahlte sich aus, auch wenn am Ende offen bleibt, ob Terroristen jemals Anschläge bei diesen Spielen geplant hatten und durch die Schutzmaßnahmen dann abgeschreckt wurden. "Es ging nicht nur um große Terroristen, sondern zum Beispiel auch um kleinere Nachahmer, die viel Schaden hätten anrichten können", erläutert Flowers. "Und es ging auch darum, dass die Menschen in dem Bewusstsein kommen konnten, dass alles Menschenmögliche zu ihrem Schutz getan worden ist."

Hat der Sicherheitsaufwand in Zahlen Maßstäbe gesetzt, so gewiss noch stärker die Art und Weise, wie er mit den Spielen selbst in Einklang gebracht wurde. Hatte es auch kaum jemand laut gesagt, so herrschte doch bei den Olympia-Veranstaltern die starke Besorgnis, die mächtige Präsenz an Polizisten, Soldaten, Nationalgardisten und anderen Sicherheitskräften sowie die extrem scharfen Kontrollen könnten den Spielen viel von ihrer Unbeschwertheit nehmen und die Terrorangst eher noch schüren. "Nichts davon ist eingetroffen", schrieb die "Los Angeles Times". Hätten die Sicherheitskräfte unter starkem Druck gestanden, "so haben sie ihn nicht an die Öffentlichkeit weiter gegeben".

Tatsächlich werden den meisten Gästen wohl die ausgesuchte Höflichkeit und Freundlichkeit bei den Kontrollen stärker in Erinnerung bleiben als das vor allem in den ersten Tagen oft unangenehm lange Schlangestehen. Das spiegelt sich auch in Umfragen wider, nach denen 70 bis 80 % der Olympia-Zuschauer vor Ort und der US-Gesamtbevölkerung die Sicherheitsmaßnahmen nicht nur okay fanden, sondern sie sogar ausdrücklich begrüßten.

Das kann sich ändern, sollte es in den nächsten Jahren keine größeren Anschläge geben und das Bedrohungsgefühl nachlassen. Aber ohne Zweifel wird es auch nach Salt Lake keine Spiele mehr ohne immense Schutzmaßnahmen geben. Schon jetzt richten sich die Blicke nach Athen. Die US-Sicherheitsbehörden haben enge Zusammenarbeit angeboten.

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