Aufbau des Investment-Banking wird im Jahr 2001 beschleunigt
Commerzbank erwägt Zukauf in Europa

Die Commerzbank steigt stärker in das lukrative Geschäft mit Fusionen und Übernahmen ein. Sie erwägt den Kauf einer auf Mergers & Acquisitions (M & A) spezialisierten Bank in Europa.

FRANKFURT/M. Das sagte Mehmet Dalman, Chef der Commerzbank Securities, dem Handelsblatt. Ein Interesse am europäischen Geschäft von ING Barings bestehe allerdings nicht. Marktbeobachter sehen die Londoner ARC Associates und Greenhill als mögliche Übernahmekandidaten. In Familienhänden befinden sich die Investment-Banken Lazard und Rothschild. Sie zählen zu den großen Spielern im Bereich M & A in Europa, gelten aber als unverkäuflich. Um künftig eine wichtigere Rolle in der Königsdisziplin des Investment-Banking zu spielen, plant die Commerzbank Securities zudem, aus eigener Kraft zu wachsen. Sie will die Zahl der Mitarbeiter bis zum Jahresende auf 55 mehr als verdreifachen.

Während der Vorstand des Commerzbank-Konzerns kürzlich einen Ergebnisrückgang im vierten Quartal 2000 andeutete, lief das Geschäft der Tochtergesellschaft im gleichen Zeitraum offenbar deutlich besser. Dalman sprach von den drei besten Monaten des Jahres, obwohl die Marktsituation durch die Unsicherheit an den Börsen schwierig gewesen sei. Die Gebühreneinnahmen im Wertpapierhandel übertrafen die Marke von 1 Mrd. Euro. Analysten erwarten, dass das Institut im vierten Quartal die Gewinnschwelle erreicht hat. Im dritten Quartal war noch ein Verlust von 117 Mill. Euro aufgelaufen.

Die Commerzbank legt am heutigen Montag ihre Zahlen für das letzte Quartal des Jahres 2000 vor. Insgesamt dürfte das Institut nach einer Analystenumfrage der Nachrichtenagentur dpa-afx im Jahr 2000 einen Reingewinn zwischen 1,618 und 1,767 Mrd. Euro erreicht haben. Im Vorjahr lag er noch bei 0,911 Mrd. Euro. Das vierte Quartal stehe von der Ertragsseite noch immer unter dem Einfluss des Börsengangs der Tochter Comdirect und einer Finanzabschreibung wegen der Beteiligung an der Korean Exchange Bank, sagen Analysten. Nach Ansicht der Experten wird ein deutlich positiver Saldo übrig bleiben. Es gibt zudem Spekulationen, dass die Commerzbank eine höhere Dividende ausschütten wird. Vorstandsprecher Martin Kohlhaussen hatte im Januar gesagt, dass auch die Aktionäre vom "Rekordjahr" in "angemessener Form" profitieren werden.

Robert Landgraf
Robert Landgraf
Handelsblatt / Chefkorrespondent Finanzmärkte
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%