Aufbauhilfe aus New York
Nasdaq zieht den Neuen Markt nach oben

Die Anleger am Neuen Markt mussten schon bis zum Donnerstag warten, ehe bei ihnen zum ersten Mal in dieser Woche so etwas wie Freude aufkam.

FRANKFURT/M. Genauer gesagt: Es war der Donnerstag Nachmittag, als die US-Technologiebörse Nasdaq deutlich im Plus eröffnete und für den bis dahin siechenden Neuen Markt eine gewisse Aufbauhilfe leistete. Anschließend zogen beide Kursbarometer deutlich an. Der Nemax lag am Abend 1,2 % im Plus bei 1 454 Punkten, der Nemax 50 gewann 2,2 % auf 1 391 Punkte.

Unterstützung erhielt dieser Trend von einigen Unternehmensmeldungen, die allesamt der Kategorie "vertrauensbildende Maßnahme" zuzuordnen sind. So meldete das Berliner Softwarehaus Lipro - vor Wochen noch in erheblichen Liquiditätsengpässen -, dass zusammen mit Investoren, Beratern und den Landesregierungen Berlin und Nordrhein-Westfalen ein Sanierungskonzept entwickelt wurde, das den Fortbestand des Unternehmens sichern soll. Die Umsatz- und Ertragserwartungen für 2001 wurden allerdings gesenkt. Das störte die Anleger nicht. Ihnen genügte, dass zumindest vorerst die Insolvenzgerüchte um das Unternehmen verstummt sind. Die Lipro-Aktie legte um 9,5 % auf 1,15 Euro zu.

Als vertrauensbildende Maßnahme wurde auch der angekündigte Aktienrückkauf des Regensburger Multimedia-Unternehmens Feedback gewertet. Eigene Aktien im Wert von 10 % des Grundkapitals will Feedback in den nächsten 18 Monaten zurückkaufen, um bei Beteiligungen oder Zusammenschlüssen über eine entsprechende Akquisitionswährung zu verfügen. Dafür sollen die über 11 Mill. Euro genutzt werden, die das Unternehmen aus dem Börsengang vor exakt einem Jahr noch in der Kasse hat. Damals kamen Feedback zu 10,50 Euro an den Neuen Markt. Nach einer Gewinnwarnung im Mai stürzten sie bis auf 1,90 Euro ab. Mit Entlassungen von 15 % der Beschäftigten und Einsparungen bei Marketing- und Betriebskosten hofft Vorstandschef Ernst Kick bis Jahresende auf eine schwarze Null auf der Ergebnisseite. Die Euphorie über den Aktienrückkauf hielt jedoch nicht lange an. Aus dem Plus von fast 16 % am Vormittag blieben bis zum Abend noch 0,5 % auf 2,24 Euro.

Um das Vertrauen der Anleger kämpft seit dem Abflauen des Handy-Booms auch der Gehäuse-Hersteller Balda . Dessen Aktie, die seit der Gewinnwarnung des Hauptabnehmers Nokia ebenfalls erheblich unter Druck steht, profitierte gestern von der Meldung, dass das Balda-Werk im ostwestfälischen Bünde für 5 Mill. Euro verkauft wurde. Die Aktie gewann 3,3 % auf 10,74 Euro.

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