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Aufbruchstimmung am Betzenberg

Kaiserslautern (dpa) - Nach zwei turbulenten Spielzeiten auf und außerhalb des Spielfeldes sehnt sich der 1. FC Kaiserslautern nach ruhigeren Zeiten mit sportlicher und finanzieller Konsolidierung.

Kaiserslautern (dpa) - Nach zwei turbulenten Spielzeiten auf und außerhalb des Spielfeldes sehnt sich der 1. FC Kaiserslautern nach ruhigeren Zeiten mit sportlicher und finanzieller Konsolidierung.

«Der Verein ist schuldenfrei. Eine Riesenlast ist verschwunden», vermeldete der Vorstandsvorsitzende des Fußball-Bundesligisten, René C. Jäggi, stolz bei der Saison-Eröffnungspressekonferenz. Bei einem Gesamthaushalt von 35 Millionen Euro wurde der Personaletat inklusive Spielergehälter von 23 Millionen auf 16,5 Millionen Euro gekürzt, um die Lizenz für weiter erstklassigen Fußball zu erhalten.

«Ein völlig neues Zeitalter ist angebrochen», sagte der Schweizer Sanierer Jäggi. Das Backen kleinerer Brötchen auf dem Betzenberg ist die Folge eines beispiellosen personellen Aderlasses. Noch nie in der FCK-Geschichte gab es ein solches Kommen und Gehen am Betzenberg, auf dem mit einer fast kompletten neuen Mannschaft Aufbruchstimmung herrscht. Hoch bezahlte Profis wie Miroslav Klose (Werder Bremen), Vratislav Lokvenc, Aleksander Knavs (beide VfL Bochum), Marian Hristow (VfL Wolfsburg) oder Lincoln (Schalke 04) wurden zwangsweise abgegeben.

Mit Carsten Jancker (Udinese Calcio) und Christian Nerlinger (Glasgow Rangers) kamen zwei von ihren Clubs aussortierte Ex- Nationalspieler, die ihre Bundesliga-Tauglichkeit ebenso unter Beweis stellen wollen wie Ingo Hertzsch und Ioannis Amanatidis vom Absteiger Eintracht Frankfurt. Dazu wurden mit Marco Engelhardt (Karlsruher SC) und Ferydoon Zandi (VfB Lübeck) zwei talentierte Zweitliga-Akteure zum «Facelifting» des neuen FCK-Gesichts geholt.

«Die Transferaufwendungen waren gleich Null. Ich bin überzeugt, dass wir mit dieser Mannschaft irgendwo im Mittelfeld der Liga mitspielen und nicht wieder ständig am Tabellenende», meinte Jäggi. «Die Stimmung ist riesig. Es macht schlicht und einfach Spaß mit diesem Team, in dem Leute am Werk sind, die Spaß an ihrem Beruf haben und die ihren Beruf lieben.» Und Team-Manager Olaf Marschall ergänzte: «Wir haben viele hungrige Spieler. Die Mischung ist bedeutend besser als bisher.»

Vorfreude auch bei Trainer Kurt Jara. «Ich bin absolut frohen Mutes. Wir haben Siegertypen im Team, die zeigen wollen, was sie für den FCK leisten können», meinte der 53 Jahre alte Österreicher, der allerdings auch warnt: «Die Euphorie in der Pfalz ist sehr groß, da müssen wir aufpassen und uns nicht unter Druck setzen lassen.» Als Zielsetzung gaben Jara wie Jäggi aus: So schnell wie möglich 40 Punkte holen und dann weiter sehen. Vom internationalen Geschäft redet keiner mehr nach der letzten Zitter-Saison, an deren Ende der zweite Abstieg nach 1996 auf den letzten Drücker abgewendet werden konnte. Der zum Kapitän ernannte Timo Wenzel hat wie Jara neben dem Punktesammeln aber noch einen Wunsch: «Schönen und attraktiven Fußball spielen.»

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