Auffallend dünne Umsätze
Europas Börsen: Anleger im "Kaufstreik"

Die wichtigsten europäischen Aktienbörsen haben ausnahmslos deutlich schwächer geschlossen. Händler sprachen von einem "Kaufstreik" der Anleger und verwiesen dabei auf Verluste sämtlicher Sektoren und auf die auffallend dünnen Umsätze während des Tages.

Reuters FRANKFURT/ LONDON. Der DJ Stoxx50-Index verlor 2,2 % auf 3256 Zähler. "Es fehlt den Anlegern an Vertrauen in die Unternehmen und deren Geschäftspraktiken", erklärte ein Händler. Belastend hätten sich auch die anhaltend negativen Vorgaben der US-Börsen ausgewirkt.

Grösste Verlierer waren einmal mehr Technologie-, Medien- und Telekomwerte. Börsianer sahen die Verluste bei den sogenannten TMT-Aktien im Zusammenhang mit der am Montag nach Börsenschluss bekannt gegebenen Gewinnwarnung des US-Unternehmens Flextronics für das laufende Quartal. Flextronics hatte dabei anhaltend geringe Technologie-Investitionen der Unternehmen geltend gemacht. Nokia büssten über 5 % ein. Die Titel des französischen Mediengiganten Vivendi Universal brachen um 6,5 % ein. Deutsche Telekom notierten 5 % schwächer, während France Telecom rund 6 % fielen.

London

Die Londoner Börse blieb feiertagsbedingt weiter geschlossen, nachdem die Finanzmärkte bereits am Montag aufgrund des 50-jährigen Thronjubiläums von Queen Elizabeth II zu waren. Der Handel wird am (morgigen) Mittwoch wieder aufgenommen.

Zürich

Die Schweizer Aktien gaben auf breiter Front nach. Der SMI schloss 2,1 % tiefer auf 6416 Punkten. Händler sprachen von grosser Nervosität, die gepaart mit den negativen Vorgaben aus den USA und der anhaltenden politischen und wirtschaftlichen Verunsicherung für Abgaben gesorgt habe. Händler äusserten sich eher negativ über die weitere Entwicklung. Insbesondere Adecco litten unter grösseren Abgaben, was Händler mit den Aussagen erklärten, die der neue Chef Jerome Caille gegenüber Reuters gemacht hatte. In 2002 dürfte Adecco nur mit viel Anstrengung den Abschluss des Vorjahres erreichen, sagte Caille. Adecco sanken über 5 % . Zu den grössten Verlierern gehörten auch Richemont, die am Donnerstag den Jahresabschluss vorlegen werden.

Paris

Die Pariser Börse schloss unter Führung von Indexschwergewicht Vivendi Universal auf dem tiefsten Stand seit acht Monaten. Der CAC-40-Index verlor 3,8 % auf 4066 Zählern. Vivendi Universal brachen um 6,5 % ein. Die Aktien des Telekomausrüster Alcatel fielen 5,1 % , während France Telecom gar um rund 6 % einbrachen. Händler begründeten die markanten Einbussen bei den TMT-Aktien mit den Sorgen der Anleger über die Gewinnentwicklung der Unternehmen sowie dem Misstrauen gegenüber dem Management einzelner Firmen. Einziger Lichtblick waren die Aktien des Bauunternehmens Vinci, die 1,7 % zulegten, nachdem die Investmentbank UBS Warburg ihre "strong buy"-Empfehlung bekräftigt und das Kursziel auf 85 Euros festgelegt hatte.

Amsterdam/ Brüssel

Die Benelux-Börsen schlossen deutlich im Minus. Der Amsterdamer AEX-Index verlor 3,2 % auf 463 Punkte, während der Brüsseler Bel20-Index 2 % auf 2653 Zähler nachgab. Hauptverlierer waren auch hier die Technologie- und Bankentitel. ASML gaben 3,4 % nach. Philips erlitten einen Abschlag von 4,4 % . Aegon ermässigten sich um 4,4 % und Fortis verloren 4,1 % . In Brüssel gaben die Titel von Umicore 2,3 % nach.

Mailand

Der Mib30-Index in Mailand schloss 2,5 % schwächer auf 28.801 Zähler. Dies stellte den tiefsten Schlussstand seit acht Monaten dar. Händler verwiesen dabei wie anderswo auf schwache Technologie- und Finanzwerte. Die Titel des Chipherstellers STM fielen 4,2 % . Die Mediolanum-Aktien fielen 4,7 % . Einziger Trendbrecher waren Fiat, die fast ein % zulegten. Händler sprachen von unbestätigten Gerüchten, wonach General Motors das Autogeschäft von Fiat möglicherweise vor 2004 übernehmen könnte.

Madrid

Die spanische Börse schloss ebenfalls deutlich schwächer. Der Ibex-35 verlor 3 % auf rund 7667 Punkte. Dies war der tiefste Schlussstand seit drei Monaten. Unter deutlichem Druck standen die Titel der schwergewichtigen Telefonica, die 4,6 % einbrachen. Verluste mussten auch die Papiere der beiden Grossbanken hinnehmen. Santander Central Hispano gaben 3,5 % nach, während BBVA 3 % verloren.

Stockholm

Auch die skandinavischen Aktienmärkte gaben kräftig nach. Der DJ StoxxNordic-Index büsste 2,5 % auf 283 Punkten ein. Der Markt sei von den schwachen Technologiewerten belastet worden, erklärten Händler. Schwergewicht Nokia brach um über 5 % ein, während die Titel des Konkurrenten Ericsson mehr als 4 % fielen. Abgaben erlitten auch Telekomwerte. Sonera ermässigten sich um 3,1 % , während Telia beinahe 3 % nachgaben.

Wien

Die Wiener Börse beendete den Handel im Gleichschritt mit den übrigen europäischen Märkten in der Verlustzone. Der ATX-Index verlor 0,9 % auf 1292 Zähler. Telekom Austria verloren 1,6 % . Die Titel des Indexschwergewichtes Erste Bank ermässigten sich um 1,4 % . Für etwas Aufhellung sorgten dagegen RHI, die über 2 % anstiegen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%