Auffanggesellschaft erkennt Flächentarif an
Babcock-Mitarbeiter verzichten auf Lohn

Um die Chancen für einen Neubeginn zu erhöhen und die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Engineering- und Servicegesellschaft BBPS zu verbessern, werden wohl auch die etwa 600 außertariflichen Mitarbeiter mit einem Gehaltsverzicht zur Anschubfinanzierung beitragen müssen. Das zumindest folgt aus einer Klausel in der Vereinbarung zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften.

mjh/tom DÜSSELDORF. Unternehmensnahe Kreisen erwarten aber, dass die Führungskräfte und Mitarbeiter in der Verwaltung, deren Gehalt in den meisten Fällen in individuell geregelt ist, "solidarisch" auf Lohn verzichten. Zu der Gruppe zählen auch Fachkräfte wie Ingenieure. Die Individualverträge müssen nun neu verhandelt werden. Unternehmenskreisen zu Folge ist ihr Anteil an den Personalkosten signifikant: Rund 40 % fallen unter die außertariflichen Regelungen.

Bereits am Wochenende hatte sich die BBPS-Geschäftsführung mit Vertretern der IG Metall über einen Lohnverzicht für die 1 700 tariflichen gebundenen Arbeitnehmer geeinigt. Danach entfällt ab 1. Oktober die für 2002 vereinbarte Tariferhöhung um 4 %, die für Juni 2003 vereinbarte Lohnerhöhung um 3,1 % erfolgt nicht. Zudem verzichten die Arbeitnehmer in diesem Jahr auf ein Drittel des Weihnachtsgeldes. Künftig soll der Betrag erfolgsabhängig auch nur dann in seiner vollen Höhe ausgezahlt werden, wenn die drei BBPS-Gesellschaften ihr geplantes Geschäftsergebnis erreichen. Die Einspruchsfrist für die Mitarbeiter endet heute um Mitternacht. Im Gegenzug zu den Einsparungen bei BBPS erkennt die Geschäftsführung die Gültigkeit des Flächentarifs an. Der Deal mit der IG-Metall umfasst auch eine konkrete Mindestbeschäftigungszahl für die drei Standorte der BBPS.

Weiter verhandelt wird im Lager der acht Gläubigerbanken der BBPS. Auch zwei Wochen nach dem Start der Auffanggesellschaft ist offen, mit welcher Quote sich die einzelnen Institute an der Anschubfinanzierung von insgesamt 360 Mill. Euro beteiligen wollen. Nach wie vor gibt es nur eine grundsätzliche Finanzierungszusage, heißt es bei Banken und Babcock. Auch die Frage, welche Bank die ungeliebte Rolle des Konsortialführers übernimmt, sei noch nicht geklärt.

Quelle: Handelsblatt

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