Auffanggesellschaft übernimmt Versicherungsverträge
Mannheimer wird zum Testfall für Protektor

Es war ein Domino-Effekt: Die Front der Lebensversicherer zur Rettung der angeschlagenen Mannheimer Versicherungsgruppe bröckelte relativ schnell. Nachdem gestern zu Beginn der Sitzung der Lebensversicherer in Frankfurt ziemlich rasch klar war, dass ein großer Versicherer nicht mitmacht, war kein Halten mehr für die Übrigen.

ali/cd/fw/rl DÜSSELDORF. Beteiligte vermuten, dass es sich bei der abtrünnigen Gesellschaft um die Axa Lebensversicherung handelt. Deren Kapitalanlagen haben stark unter der Börsenkrise gelitten. Weder die Axa noch der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) wollten sich dazu äußern.

Nachdem weitere kleinere Versicherer und noch eine mittelgroße Gesellschaft ihre Zustimmung zu dem Millionen verweigert haben, soll der Gesamtverband die Abstimmung abgebrochen haben. Zu dieser Zeit war klar, dass die erforderlichen 90 % des Marktes nicht zustimmen würden. Ob es weitere Verhandlungen geben wird, ist damit fraglich. Auf die Quote von 90 % Prozent war das Rettungskonzept ausgelegt. Nur wenn diese Mehrheit zusammenkäme, bliebe es für jedes einzelne Unternehmen bei einer akzeptablen Belastung.

Die Entlastung verweigert haben nach offiziell nicht bestätigten Informationen des Handelsblattes die Versicherer Axa, Barmenia, Basler, Berlinische Leben, Concordia, Deutscher Ring, Helvetia, Interrisk, Sekurvitas, Stuttgarter Leben, Swiss Life, WGV, Zurich, damit Herold.

Die Alternative zur bisher angestrebten Lösung, ist die offiziell für solche Notfälle gegründete Auffanggesellschaft Protektor. Sie existiert bisher nur auf dem Papier und soll lediglich dafür sorgen, dass kein Kunde einer Not leidenden Lebensversicherung auf garantierte Ansprüche verzichten muss.

Protektor sichert nicht den Fortbestand der Mannheimer Gruppe, sondern ist praktisch eine Abwicklungsgesellschaft. Die Kosten für diesen Weg müssen sich wiederum alle Lebensversicherer entsprechend ihrer Größe teilen. Die Aktionäre der Mannheimer haben von einer Protektor-Lösung nichts.

Der Neustart hätte die Branche mindestens 373 Mill. Euro gekostet. Branchenvertreter erwarten nun, dass die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) einen Zwangsverwalter nach Mannheim entsendet. Dieser müsste dafür sorgen, dass die Verträge der Kunden ordnungsgemäß auf Protektor übertragen werden.

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