Aufgabe von Barings noch keine beschlossene Sache
Barings fünf Jahre nach Leeson erneut in Gefahr

Fünf Jahre nach den existenzgefährdenden Börsenspekulationen ihres Finanzjongleurs Nick Leeson steht die Barings Bank laut britischen Sonntagszeitungen erneut vor dem Ende.

dpa-afx LONDON. Der niederländische Banken- und Versicherungskonzern ING, der das Traditionshaus nach seiner Beinahe-Pleite 1995 übernommen hatte, sei entschlossen, Investmentgeschäft von Barings in London zu schließen, berichtet die "Sunday Business". Dies werde den meisten 3.000 Beschäftigten ihre Stelle kosten.

Das Investmentgeschäft in New York soll dem Bericht zufolge verkauft werden. Der neue ING-Chef Ewald Kist halte den Gewinn von Barings für zu niedrig, obwohl er im ersten Halbjahr 2000 um 89% auf 174,6 Mill. GBP gestiegen sei.

Nach einem Bericht der "Sunday Times" ist die Aufgabe von Barings allerdings noch keine beschlossene Sache. Der ING-Vorstand sei aber verärgert über die hohen Vergünstigungen, die der Barings-Vorstand Spitzenbankern biete. "Die Bezahlung ist ein leidiges Dauerthema", wurde ein Barings-Banker zitiert. "Das ist ein konstantes Ärgernis für die Holländer."

ING hatte Barings für den symbolischen Betrag von einem Pfund gekauft, damit aber Schulden in Höhe von 660 Mill. GBP übernommen. Der niederländische Konzern hatte bis dahin wenig Erfahrung im Investment-Banking, sondern galt als "Bank der kleinen Leute".

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