Aufgeheizte Stimmung bei Grundig-Betriebsversammlung
Grundig-Mitarbeiter kämpfen um Arbeitsplätze

ap NÜRNBERG. In aufgeheizter Stimmung hat am Dienstag in der Nürnberger Meistersingerhalle eine Betriebsversammlung von Grundig begonnen. Knapp 2 000 Mitarbeiter protestierten mit Trillerpfeifen und Plakaten gegen den geplanten Stellenabbau beim traditionsreichen Elektronikunternehmen. In einem Brief bittet der Betriebsrat nun auch Bundeskanzler Gerhard Schröder um Hilfe.

Der Vorstandschef Herbert Bruch wiederholte noch einmal die Absicht, den Standort der Fernseher-Produktion von Nürnberg nach Wien zu verlagern und in Deutschland 900 Arbeitsplätze zu streichen. Der Grundig-Vorstand stützt sich dabei auf eine Studie des Unternehmensberaters Roland Berger. Die Umsetzung dieses Plans ist nach Angaben des Vorstands Bedingung dafür, dass das Bankenkonsortium die Kreditlinien wieder frei gebe. Der Konzern verhandelt mit den Banken derzeit über die Verlängerung seiner Kreditlinien. Grundig benötigt in diesem Jahr Kredite in Höhe von 300 bis 400 Mill. DM (knapp 200 Mill. Euro).

Die Rede von Bruch wurde mit Pfiffen und Buhrufen begleitet. In Zwischenrufen bezeichneten Mitarbeiten den Vorstandschef als "Bruch-Pilot". Finanzvorstand Günter Moissl erklärte, dass bis zum 30. Juni 2001 eine Vereinbarung mit dem Betriebsrat ausgehandelt werden solle, in der ein sozial verträglicher Stellenabbau gewährleistet werde. Der Betriebsrat kündigte an, gegen diese Pläne weiter starken Widerstand zu leisten.

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