Aufgeheiztes Klima in Genf
Sondersitzung der Uno-Menschenrechtskommission

dpa GENF. In einem aufgeheizten Klima hat am Dienstag in Genf die Sondersitzung der Uno-Menschenrechtskommission zu den Unruhen in den Palästinensergebieten begonnen. "Wir können uns heute nicht einfach darauf beschränken, zu verurteilen, sondern müssen praktische Maßnahmen finden, um die palästinensische Bevölkerung zu schützen", erklärten die arabischen Staaten. Sie forderten die Einsetzung einer internationalen Untersuchungskommission zur Untersuchung der "gegen die Palästinenser verübten kriminellen Akte".

Westliche Diplomaten erklärten einhellig, der von den Arabern eingebrachte Resolutionsentwurf sei viel zu einseitig gegen Israel gerichtet und werde daher von ihnen nicht unterstützt. "Der Ton ist so scharf, dass es für uns nicht akzeptabel ist", hieß es. Die EU unterstütze aber die Forderung nach einer internationalen Untersuchung der Ereignisse in den besetzten Gebieten.

Kritik an fehlender Zusammenarbeit

Die Uno-Hochkommissarin für Menschenrechte, Mary Robinson, kritisierte zu Beginn der Sitzung, dass sich die israelische Führung bislang weigere, mit dem Uno-Sonderberichterstatter für die besetzten palästinensischen Gebiete, Giorgio Giacomelli, zusammenzuarbeiten. Der Grund für die Ausschreitungen sei nicht allein im Besuch des rechtsgerichteten israelischen Oppositionspolitikers Ariel Scharon auf dem Tempelberg zu suchen, erklärte Robinson. Vielmehr habe das Scheitern der Verhandlungen in Camp David zu großer Frustration bei den Palästinensern geführt.
Robinson beklagte die hohe Zahl von Kindern, die bei den Unruhen ums Leben gekommen sind. "Nach unseren Informationen sind mehr als 22 palästinensische Kinder ums Leben gekommen", erklärte sie.

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