Aufgrund der hohen Verschuldung
Bei Telekom fällt jede fünfte Stelle weg

Die Deutsche Telekom hat weitere Pläne zum Stellenabbau vorgelegt, wonach bis Ende 2005 nun weltweit rund 46 000 Mitarbeiter mit der Streichung ihres Jobs rechnen müssen.

Reuters BONN. Ein Telekom-Sprecher sagte am Dienstag in Bonn, "realistisch ist der Abbau von rund 46 000 Stellen bis Ende 2005". Dies sei in der mittelfristigen Personalplanung vorgesehen. Den vorläufigen Planzahlen zufolge würden danach im Inland 35 000 und im Ausland 11 000 Arbeitsplätze wegfallen. Bislang hatte die Telekom einen Abbau von 30 000 Stellen ab 2002 und den Folgejahren bis 2005 angekündigt. Diese Zahl habe sich auf die Planungen in Deutschland und eine kürzere Zeitspanne bezogen, begründete der Sprecher die neuen Zahlen zum Stellenabbau.

Nach weiteren Angaben des Unternehmens fallen im Inland 35 000 und im Ausland 11 000 Arbeitsplätze dem Rotstift zum Opfer. Hinzu kämen weitere 3500 Stellen bei der Tochterfirma T-Systems. Der größte Teil der Sparmaßnahmen entfällt auf die Festnetzsparte T-COM. Dort sollen die Einsparungen 400 Mill. Euro betragen. Für diese Sparte hatte die Telekom bereits in der vergangenen Woche einen beschleunigten Stellenabbau angekündigt. Bei den wachstumsstarken Tochterfirmen wie T-Mobile oder T-Online, bei welchen in den vergangenen Jahren zahlreiche neue Arbeitsplätze geschaffen wurden, werde es zu keinem "großartigen Stellenaufbau mehr kommen", sagte Lisek.

Strikter Sparkurs

Die Telekom hat sich angesichts ihrer hohen Verschuldung von 64,2 Mrd. Euro einen strikten Sparkurs verordnet. Bis Ende des kommenden Jahres soll die Verschuldung durch Effizienzsteigerungen und Beteiligungsverkäufe auf rund 50 Mrd. Euro sinken.

Der Sprecher bezeichnete zugleich einen Zeitungsbericht als "Worst-Case-Szenario", wonach die Telekom bis zum Jahr 2005 bis zu 55 000 Stellen streichen wolle. Über diese angeblich bei der Telekom gefährdete Stellenzahl berichtete die Tageszeitung "Die Welt" am Dienstag vorab aus ihrer Mittwochausgabe. Diese Zahl sei "hochgerechnet" und basiere nicht auf derzeitigen Planungen des Unternehmens, sagte der Telekom-Sprecher. Beispielsweise sei darin ein Arbeitsplatzabbau bei der Systemhaus-Tochter T-Systems oder der Mobilfunktochter T-Mobile enthalten, die jedoch noch nicht beschlossen seien.

Rund die Hälfte der betroffenen Telekom-Beschäftigten soll nach weiteren Angaben der "Welt" über verschiedene Wege wie natürliche Fluktuation, Dienstunfähigkeit, Altersteilzeit, Vorruhestand und Kündigungen ausscheiden. Die andere Hälfte würde von einer neu geschaffenen Personalservice-Agentur vermittelt werden, die einen Testlauf für das von der rot-grünen Koalition entwickelte Hartz- Konzept darstellt. Ein Teil der Beschäftigten soll demnach an andere Stellen innerhalb des Konzerns versetzt werden, der größere Teil soll jedoch an andere Arbeitgeber ausgeliehen oder dauerhaft vermittelt werden.

Die Telekom beschäftigte im vergangenen Jahr weltweit rund 242 000 Mitarbeiter. Für rund 120 000 Mitarbeiter, die vornehmlich in Deutschland in der Festnetz-Sparte T-Com tätig sind, gilt bis Ende 2004 ein Kündigungsschutzabkommen. In den übrigen Konzernsparten können dagegen betriebsbedingte Kündigungen ausgesprochen werden.

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