Aufholjagd nach schlechtem Start
Überraschende Wende an der Wall Street

Wunder gibt es immer wieder. Das sagten sich am Montag die Börsianer auf dem New Yorker Parkett. Die Wall Street hat nach einem tiefroten Auftakt im Tagesverlauf eine Aufholjagd gestartet.

HB/New York. Blue Chips haben den Sprung in die schwarzen Zahlen zwar leicht verpasst. Aber von den Tagestiefständen haben sich die 30 Standardwerte deutlich erholt. Der Nasdaq Composite konnte zu Handelsschluss sogar ein leichtes Plus verbuchen und schließt mit 15 Punkten auf 1785 Zählern. Der Dow Jones beendet den Tag mit einem Minus von 22 Zählern bei 10249 Punkten.

Der Tag hatte katastrophal begonnen. IBM schockte die Märkte mit einer Gewinnwarnung. Das Ergebnis im ersten Quartal liege in einer Spanne von 66 bis 70 Cents pro Aktie, gab das Management von Big Blue bekannt. Die durchschnittlichen Analystenschätzungen sind bei 85 Cents angesetzt. Der Technologie-Bereich von IBM, der unter anderem Mikrochips für andere Unternehmen herstellt, sei nicht gemäß den Erwartungen verlaufen. Das Management rechnet nun mit einem Konzernumsatz in Höhe von 18,4 bis 18,6 Milliarden Dollar. Analysten peilten einen Umsatz von 19,7 Milliarden Dollar an. Die Aktie büßte knapp 10 Prozent ein.

Die Krise in Nahost sorgte zusätzlich für einen miesen Wochenstart. Die Ankündigung von Saddam Hussein, den Ölexport zu unterbrechen, hatten die Ölpreise in die Höhe getrieben. Ölpreisempfindliche Unternehmen wie Alcoa oder Fluggesellschaften gerieten unter Abgabedruck. Im Handelsverlauf gab das Brokerhaus Prudential Securities, zumindest aus Börsensicht, Entwarnung. So lange nur der Irak mit einem Ölembargo drohe, würde dies nicht ausreichen, um die Ölpreise auf lange Sicht nach oben zu drücken, so die Analysten.

Im Tagesverlauf ins Plus drehten Softwareaktien. Zunächst hatte IBM noch den gesamten Technologiesektor mit nach unten gezogen. Zu Handelsschluss gehörte etwa Microsoft zu den größten Gewinnern.

Die Softwarefirmen Computer Associates und Intuit kündigten an, im laufenden Quartal doch besser abzuschneiden als bisher von den Marktteilnehmern befürchtet worden war. So hob Intuit die Umsatz- und Gewinnprognosen für das dritte Quartal des Fiskaljahres an, das am 31. April endet. Der Software-Entwickler erhöhte die Gewinnschätzungen um 15 Millionen auf 232 Millionen Dollar. Der Umsatz des Unternehmens wird voraussichtlich am oberen Ende der Prognosen, bei 544 Millionen Dollar, liegen. Für das vierte Quartal erwartet Intuit allerdings keine außerordentliche Steigerungen mehr.

Die Aktien der Software-Schmiede Adobe profitierten von einer Heraufstufung durch die Analysten von Pacific Crest. Nicht nur die guten Aussichten des Branchenkollegen Getty Images, einer digitalen Bildagentur, die ihre Prognosen für das erste Quartal erhöhten, sondern auch der Vertriebsstart der neuen Adobe-Photoshop Version 7.0. stimmen die Experten zuversichtlich. Die Aktienbewerter heben den Kurs von 40 Dollar je Aktie auf 45 Dollar an.

Zu den wenigen Gewinnern gehörte am Montag der kleine Netzwerkspezialist Sycamore Networks. Die positiven Kommentare von Lehman Brothers gaben der Aktie Rückenwind: Sie legte im Handelsverlauf um 17 Prozent zu. Die Analysten stufen das Papier des Anbieters optischer Netzwerklösungen von "Market Perform" auf "Aggressiv Kaufen" herauf. Das Preis-Risiko-Verhältnis sei angesichts des derzeitigen Niveaus attraktiv. Die Experten sehen ein Kursziel je Aktie von 5,50 Dollar.

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