Aufholjagd von Andrea Henkel
Siegesserie der deutschen Skijägerinnen gerissen

Im böigen Wind von Östersund riss die Staffel-Siegesserie der deutschen Biathletinnen. Das russische Quartett behielt am Mittwoch in der Abenddämmerung den Durchblick und gewann das Rennen nach vier x sechs Kilometer vor dem Team des Deutschen Skiverbandes (DSV) in der so noch nie da gewesenen Besetzung Martina Glagow (Mittenwald), Simone Denkinger (Gosheim), Andrea Henkel (Oberhof) und Katja Beer (Altenberg). Platz drei ging an Bulgarien.

HB/dpa ÖSTERSUND. Während die Russinnen die acht Schießeinlagen ohne Strafrunde und mit nur acht Nachladern überstanden, verfehlte Simone Denkinger drei Scheiben und musste 450 Meter zusätzlich laufen. Die Sieger-Staffel benötigte 1:21:03,2 Stunden. Das deutsche Quartett, das in den verschiedensten Aufstellungen seit dem 25. Januar dieses Jahres ungeschlagen war, benötigte 16 der 24 zur Verfügung stehenden Reserve-Patronen und lag im Ziel deutliche 2:01,8 Minuten zurück.

"Simmi hatte wirklich Pech. Bei ihr wehte der Wind extrem stark", wehrte Bundestrainer Uwe Müßiggang alle Vorwürfe an die schwäbische Skijägerin ab, die als einzige des Quartetts beim Auftaktsieg in der Vorwoche dabei war. "So eine Situation ist schon ernüchternd, wenn man weiß, dass man schießen kann, der Wind einem aber einen Strich durch die Rechnung macht. Ich traue mich aber generell bei Wind nicht schnell genug abzudrücken", ärgerte sich Simone Denkinger. Sie fiel vom zweiten Platz nach dem ersten Wechsel mit 2:11 Minuten Rückstand auf den sechsten Rang zurück.

Olympiasiegerin Andrea Henkel, die am Vortag in Schweden mit dem gesamten Team ihren 25. Geburtstag gefeierte hatte, imponierte mit einer souveränen Vorstellung. Sie reduzierte mit nur zwei Nachladern den Rückstand auf 1:35 Minuten und wechselte fast gleichauf mit Bulgarien als Dritte. "Heute brauchte man ein bissel Glück mit dem Wind. Das hatte ich", bemerkte sie nach der schnellsten Runde aller dritten Läuferinnen bescheiden. Katja Beer musste den Rückstand zwar wieder anwachsen lassen, behauptete aber gegen die schießstarken Bulgarinnen den zweiten Platz.

Männer-Bundestrainer Frank Ullrich vertraut im Staffelrennen am Donnerstag (14.00 Uhr) erneut seinem bewährten Olympiasieger-Quartett von Nagano, hat allerdings die Reihenfolge verändert. Erstmals wird Peter Sendel die Staffel anlaufen. Danach folgen Sven Fischer, Frank Luck (alle Oberhof) und als Schlussläufer Ricco Groß (Ruhpolding).

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