Aufregung an den Märkten legt sich
Schock über Flugzeug-Absturz drückt Dax ins Minus

Die deutschen Aktien haben nach dem Flugzeugabsturz in den USA deutlich nachgegeben. Am stärksten gerieten Lufthansa und Preussag unter Druck.

dpa FRANKFURT/M. Die Deutschen Aktien sind am Montag nach dem Flugzeugabsturz in New York schwer unter Druck geraten. Nach Bekanntwerden des Unglücks am Nachmittag verlor der bereits nachgebende Dax binnen weniger Minuten rund 200 Punkte und sackte auf 4648,68 Zähler ab. Das war ein Minus von 5,3 % zum Schlussstand vom Freitag. Zum frühen Abend erholte sich der deutsche Leitindex dann auf 4 757 Zähler, immer noch ein Verlust von 3,13 %. Aktien von Fluggesellschaften, Touristik-Konzernen und Versicherern standen zwei Monate nach den Terroranschlägen vom 11. September unter besonders starkem Verkaufsdruck.

Am Neuen Markt fiel der Nemax 50 um 3,06 % auf 1 089 Zähler. Für kurze Zeit war er auf 1 062,07 Punkte abgesackt. Der MDAX der 70 mittleren Werte gab 0,99 % auf 4 175 Stellen nach. Am Montag stürzte ein Flugzeug kurz nach dem Start vom New Yorker Flughafen John F. Kennedy auf den Stadtteil Queens. Es gab zunächst keine Hinweise auf einen Anschlag.

"Die Aktien konnten ihre Verluste verringern, weil es sich offenbar um einen Unfall und nicht ein weiteres Attentat handelt", sagte Frank Albrecht, Händler bei M.M. Warburg. Die Aktie der Lufthansa brach unmittelbar nach Bekanntwerden des Unglücks um fast elf Prozent ein. Wenig später erholte sich das Papier der Fluggesellschaft auf ein Minus von 6,00 % bei 12,70 ?. Titel des weltgrößten Touristikkonzerns Preussag stürzten um 4,77 % auf 27,35 ?. Auch die Versicherer im Dax, Allianz und Münchener Rück, gaben mehr als drei Prozent nach.

Die Siemens-Aktie verbilligte sich um 6,81 % auf 55,30 ?. Nach Informationen des Magazins "Focus" hat der Münchener Konzern auch in den USA, seinem wichtigsten Auslandsmarkt, "akute Probleme". Zudem rechnen die Marktteilnehmer, dass es bei mehreren Siemens-Töchtern größere Verluste geben wird. Siemens legt am Mittwoch Zahlen für das Gesamtjahr vor.

Die Aktien des Chemie- und Konsumgüterkonzerns Henkel gaben nach Vorlage der Zahlen für das dritte Quartal um 1,24 % auf 64,54 ? nach. "Die Zahlen sind einfach enttäuschend", sagte ein Börsianer.

Auch der Spezialchemiekonzern Degussa legte Bilanzzahlen zum dritten Quartal vor. "Die Zahlen haben die Erwartungen der Analysten getroffen", sagte ein Händler einer ausländischen Großbank. Zum Abend drehte die Aktie jedoch ins Minus und verlor 1,56 % auf 25,84 ?.

Die Autotitel standen ebenfalls in der Verlustzone: BMW gaben 3,88 % auf 35,95 ? nach. Volkswagen notierten bei 45,64 ? - ein Verlust von 3,53 %. Daimler-Chrysler verloren 2,78 % auf 40,22 ?. Die inländischen Aufträge der deutschen Autoindustrie sind im Oktober nach Angaben des Branchenverbands VDA auf den niedrigsten Wert seit dem Rezessionsjahr 1993 zurückgefallen.

Auch an den anderen Börsen ging es im Schatten des Unglücks in den USA bergab. Der EuroStoxx 50 fiel um 3,03 % auf 3555 Punkte. Auch in London und Paris standen die Indizes im Minus.

Am Rentenmarkt gewann der Bund Future 0,1 % auf 112,33 Punkte. Der Rex stand nahezu unverändert bei 116,50 Punkten. Die Umlaufrendite wurde bei 4,15 (Freitag: 4,10) Prozent festgestellt. Der Kurs des Euro ist am Montag weiter gefallen. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs bei 0,8919 (Freitag: 0,8930) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 2,1929 (2,1902) DM.

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