Aufregung ist groß
Aus dem Konzept gebracht

Die Vergewaltigungs-Anklage gegen NBA-Star Kobe Bryant belastet den Titelfavoriten Los Angeles Lakers.

BERLIN. Auf einen Fan hätte Kobe Bryant womöglich gerne verzichtet, als er in der vergangenen Woche sein erstes Testspiel für die Los Angeles Lakers bestritt. Der Fan saß in einer der ersten Reihen und hielt zwei Schilder über seinem Kopf: "Free Kobe". Freiheit für Kobe. Es war der ehemalige Schwergewichtsweltmeister Mike Tyson, der nicht nur aufgrund boxerischer Fertigkeiten Berühmtheit erlangte, sondern auch wegen einiger Gewalttaten in und außerhalb des Rings. So verbrachte er wegen einer Vergewaltigung drei Jahre im Gefängnis.

Was zu dem Thema führt, das den heutigen Saisonstart der nordamerikanische Profiliga NBA beherrscht. Die beste Basketball-Liga der Welt steht unter dem Eindruck der Vergewaltigungs-Anklage gegen Kobe Bryant. Das zeigte sich bereits bei dessen erstes Spiel in Anaheim gegen die Sacramento Kings. Einige Zuschauer hielten Trikots mit der Nummer acht in die Höhe, auf denen statt eines Namens "Unschuldig" stand. Ein Fan hielt ein Schild in die Höhe, auf dem zu lesen war: "Die Unterwäsche erzählt die Wahrheit - Kobe ist unschuldig." Doch was tatsächlich passiert ist am 30. Juni in einem Mountain Resort in Colorado, muss erst noch ein Gericht feststellen. Eine 19-jährige Hotelangestellte hat den verheirateten Familienvater wegen Vergewaltigung angezeigt. Bryant behauptet, es hätte Sex in beiderseitigem Einverständnis gegeben. Wird Bryant für schuldig befunden, droht ihm als Höchstrafe lebenslange Haft.

Die Aufregung darüber ist groß. Kobe Bryant gilt nicht nur als einer der größten Stars der Liga, er spielt auch bei den Los Angeles Lakers, dem Favoriten auf den Gewinn des Meistertitels. Im vergangenen Jahr konnten die Lakers erstmals nach drei Titeln nicht die Ringe abholen, die es für den Gewinn der NBA-Meisterschaft gibt. Doch in der Sommerpause verstärkte sich der Klub mit dem 40-jährigen Karl Malone von den Utah Jazz und Gary Payton(35) von den Seattle Supersonics, zwei weiteren Berühmtheiten. Sie spielen für vergleichsweise geringe Gehälter (Payton 4,9 Millionen Dollar, Malone 1,5) bei den Lakers, weil sie vor allem den Titel gewinnen wollen. Und den erwarten eigentlich alle von dem Star-Ensemble, das gegen den Mitfavoriten Dallas Mavericks, (Mittwochmorgen, 4.30 Uhr, live auf Premiere) startet.

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