Aufschlag-Riese Philippoussis gewinnt
Popp verpasst Riesen-Coup

Im Geduldsspiel über zwei Tage hat Alexander Popp den Riesencoup verpasst und ist bei den All England Championships in Wimbledon wie vor drei Jahren im Viertelfinale mit viel Pech gescheitert.

HB/dpa LONDON. Trotz einer grandiosen Leistung unterlag der 26-Jährige am Donnerstag Aufschlag-Riese Mark Philippoussis in der 43-minütigen Wiederaufnahme des am Abend zuvor vertagten Matches mit 6:4, 6:4, 3:6, 3:6, 6:8 Der Australier trifft in der Vorschlussrunde an diesem Freitag auf den Franzosen Sebastien Grosjean, der Britanniens Tennis-Helden Tim Henman mit 7:6 (10:8), 3:6, 6:3, 6:4 ausschaltete.

Nach einem neuerlichen Regen-Chaos und dreistündiger Verspätung zog Titel-Favorit Andy Roddick aus den USA leicht und locker durch ein 6:4, 6:3, 6:4 gegen den Schweden Jonas Björkman in das andere Semifinale ein. Dort trifft er auf den Schweizer Roger Feberer, der sich mit 6:3, 6:4, 6:4 gegen Schüttler-Bezwinger Sjeng Schalken aus den Niederlanden durchsetzte.

Auch für Serena Williams schien die Sonne im regnerischen London. Der Titelverteidigerin gelang die Revanche für ihre Pleite von Paris gegen Justine Henin-Hardenne. Mit einer großen Portion Wut im Bauch fegte sie die French-Open-Siegerin aus Belgierin mit 6:3, 6:2 vom Center Court und stürmte in ihr zweites Finale bei den All England Championships. Dort wird am Samstag wie im Vorjahr ihre Schwester Venus oder Kim Clijsters aus Belgien ihre Gegnerin sein.

Mutig und selbstbewusst startete Popp in die Neuauflage des beim Stand von 2:2 und 30:0 für den aufschlagenden Australier im fünften Satz unterbrochenen Viertelfinal-Krimis. Doch der 2,01 m große Hüne sah sich einem mächtig aufschlagen Philippoussis gegenüber, der stark returnierte und auch vor dem Becker-Hecht nicht Halt machte. Was immer er auch versuchte, der in Florida lebende "Aussie" hatte eine Antwort parat - die meistens eines von insgesamt 34 Assen war. Nach der nächtlichen Besinnungspause spielte Philippoussis auf einem Niveau, das er tags zuvor erst nach der zweiten Regenpause erreicht hatte. "Da spielte er sich in einen wahren Rausch", sagte Boris Becker. "Danach war es gut für Popp, dass die Partie vertagt wurde." Aber der dreimalige Wimbledonsieger hoffte auf das "Händchen seines möglichen Nachfolgers, der, so der ARD-Experte, "vor allem auf der Rückhand Weltklasse returniert".

Vor dem ersten Aufeinandertreffen hatte der "Aussie" Popp sträflich unterschätzt und das fast mit dem Ausscheiden bezahlt. Auf einen "starken Serve-and-Volles-Spieler" hatte er sich eingestellt und war dann total baff, dass er es mit einem Grundlinien-Spieler zu tun bekam. Popp konnte daraus aber nur zwei Sätze lang Kapital schlagen. Sein größtes Preisgeld durfte der Überraschungs-Gast unter den besten Acht mit 108 400 Euro aber trotzdem kassieren.

"Beim nächsten Mal mache ich es besser", hatte Serena Williams nach der Niederlage in Roland Garros angekündigt. Erst im fünften Spiel schaffte es die Belgierin, die vor zwei Jahren an der Church Road im Endspiel stand, ihren ersten Punkt zu holen und musste nach 38 frustrierenden Minuten den ersten Satz abgeben. Aller Kampfgeist nutzte danach nichts mehr, das zweite Finale innerhalb eines Monats zu erreichen. Wie im Vorjahr war für die 21-Jährige die Vorschlussrunde Endstation.

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