Aufschlüsse durch Gen-Analyse
Auf Azoren entdecktes BSE-Rind stammt nicht aus Sachsen-Anhalt

afp MAGDEBURG. Das auf den Azoren entdeckte BSE-Rind stammt entgegen ersten Angaben nicht aus Sachsen-Anhalt. Das sagte eine Sprecherin des Landesagrarministeriums am Montag in Magdeburg unter Berufung auf eine Genom-Untersuchung des Veterinärmedizinischen Instituts der Universität Göttingen. Die Ohrmarke des Tieres hatte darauf hingewiesen, dass die Milchkuh aus dem sachsen-anhaltischen Kamern stammte. Die deutschen Behörden hatten aber stets betont, dass es noch offene Fragen zur tatsächlichen Identität des Rindes gebe.

Eine Abstammung des Tieres von dem vermuteten Muttertier aus Sachsen-Anhalt und dem Vatertier aus Niedersachsen sei nach der Gen-Analyse ausgeschlossen, erklärte das Ministerium. Der Landwirt, von dessen Hof das Tier angeblich stammen sollte, sei bereits über das "erfreuliche Ergebnis" informiert worden.

Auf den Azoren war Ende vergangenen Monats BSE an dem angeblich deutschstämmigen Rind entdeckt worden. Daraufhin ordneten die Behörden an, alle Importrinder auf dem Archipel notzuschlachten. Nach Angaben der portugiesischen Gesundheitsbehörden wurde das erkrankte Rind am 23. September 1995 in der Region um Hannover geboren und gut drei Jahre später auf die Azoren-Insel Sao Miguel exportiert.

Das Agrarministerium in Magdeburg hatte nach dem Bekanntwerden des Falles zunächst erklärt, die Kennzeichnung der Milchkuh deute "auf die Herkunft des Tieres aus Sachsen-Anhalt hin". Zunächst durften keine Tiere mehr den betroffenen Zuchtbetrieb verlassen oder in diesen hinein kommen. Die Azoren waren vom BSE-Embargo der Europäischen Union gegen Portugal ausgenommen worden, weil die dort lebenden Rinder das ganze Jahr über auf Weiden leben und naturgerecht gefüttert werden.

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