Aufschlussreiche Dokumente gefunden: Bei Anruf Verhaftung

Aufschlussreiche Dokumente gefunden
Bei Anruf Verhaftung

Ein Anruf mit einem Satellitentelefon soll den mutmaßlichen El-Kaida-Topterroristen Chalid Scheich Mohammed verraten haben. Dadurch seien die Fahnder auf die Spur des Stellvertreters von Osama bin Laden gekommen, berichteten pakistanische Medien am Dienstag.

HB/dpa ISLAMABAD/WASHINGTON. Mohammed wurde inzwischen an die USA ausgeliefert. Er sei "denen übergeben worden, die ihn haben wollten", sagte der pakistanische Informationsminister Scheich Rashid am Dienstag.

Nach Andeutungen Rashids wurde Mohammed möglicherweise auf den US- Stützpunkt Bagram in Afghanistan gebracht. Bei den Verhören werde "jeder mögliche Druck" angewendet, hatte ein US-Geheimdienstbeamter dem Fernsehsender CNN zuvor gesagt. US-Präsidentensprecher Ari Fleischer versicherte, dass dies human und im Rahmen internationalen Rechts geschehen werde. Experten gingen davon aus, dass Mohammed durch Schlafentzug und psychologischen Druck zur Aussage gebracht werden soll.

US-Präsident George W. Bush sieht in der Festnahme Mohammeds den Beweis dafür, dass seine Anti-Terror-Strategie erfolgreich ist. In einem am Dienstag veröffentlichten Gespräch mit 14 US-Tageszeitungen sagte Bush, er habe immer gesagt, dass die Terroristen einer nach dem anderen gefasst würden. "Am Wochenende haben sie gesehen, was ich meinte." Mohammed sei ein "führender General" El Kaidas bei der Planung von Angriffen auf amerikanische Ziele gewesen.

Im Unterschlupf der Nummer Drei des Terrornetzwerks von Bin Laden sind nach US-Medienberichten Namen möglicher El-Kaida-Mitglieder gefunden worden. Darunter befänden sich einige, die sich in Washington und anderen amerikanischen Städten aufhalten könnten. In Pakistan hieß es, aus Informationen, die Mohammed preisgegeben habe, könnten sich wichtige Entwicklungen ergeben. Die amerikanischen Behörden halten es nach Medienberichten für wahrscheinlich, dass Mohammeds Neffen - die Brüder des inhaftierten Ramzi Jussef - in die Fußstapfen ihres Onkels treten könnten.

Mohammed wird beschuldigt, an zahlreichen Terroranschlägen gegen die USA beteiligt gewesen zu sein, darunter die vom 11. September 2001. Er soll auch Drahtzieher des Anschlags auf eine Synagoge auf Djerba in Tunesien am 11. April 2002 sein, bei der 19 Touristen, darunter 14 Deutsche, ums Leben kamen.

Mohammed war nach offizieller Darstellung am Samstag in Rawalpindi nahe der pakistanischen Hauptstadt Islamabad gefasst worden. Nach Berichten pakistanischer Medien hatte sich Mohammed zuvor in der westpakistanischen Stadt Quetta versteckt. Ein mutmaßlicher Komplize habe den dortigen Unterschlupf verraten. Von Quetta aus sei die Spur nach Rawalpindi verfolgt worden.

Nach der Festnahme hatte es zunächst widersprüchliche Angaben darüber gegeben, ob Mohammed sofort an die USA ausgeliefert oder zunächst von pakistanischen Ermittlern verhört worden sei. Am Dienstag hieß es, Kuwait, dessen Staatsbürger Mohammed ist, habe der Auslieferung zugestimmt.

Aussagen der Familie eines festgenommenen Pakistaners, in dessen Haus Mohammed und ein Verdächtiger aus Somalia gefasst worden waren, hatten Zweifel an der offiziellen Darstellung über Ort und Zeitpunkt der Festnahme geweckt. Die pakistanische Regierung wies die Darstellung der Angehörigen des Pakistaners jedoch als falsch zurück.

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