Aufschwung oder Umsatzwarnung? Expertenmeinungen zur Nokia-Aktie
Der Streitfall: Nokia

Der Handyhersteller senkte erneut seine Umsatzprognose. Die Aktie verlor aber bereits im Vorfeld dramatisch an Wert. Wird das Papier damit ein Kauf?

DÜSSELDORF. Nick Seaward von Dresdner Kleinwort Wasserstein rät, Nokia zu kaufen.

Statt Wachstum nun Umsatzrückgang...

Nach einem Wachstum von zwei bis sieben Prozent rechnet Nokia nun mit einem Umsatzminus von zwei bis sechs Prozent im zweiten Quartal 2002. Entgegen den bisherigen Prognosen werden die Finnen fünf Prozent weniger Handys verkaufen, als zunächst angenommen. Nokia arbeitet dennoch mit einer Umsatzrendite von mehr als 20 Prozent äußerst profitabel. Das Gewinnziel bleibt unangetastet.

...Aufschwung in Sichtweite...

Das Geschäft mit mobiler Infrastruktur leidet unter der verhaltenen Investitionsbereitschaft der Telekom-Betreiber. Nokia rechnet hier mit einem Umsatzeinbruch um 20 bis 25 Prozent im zweiten Quartal. Wir glauben aber, dass sich die Situation im zweiten Halbjahr stabilisieren wird. Die aufhellende Konjunktur in den USA und in Asien wird die Investitionsbereitschaft beleben. Die Telekom-Konzerne werden neben dem Aufbau neuer Netze die Qualität der bestehenden Infrastruktur verbessern müssen. Langfristig glauben wir an den Erfolg der mobilen Kommunikation. Neue visuelle Anwendungen werden weitere Investitionen notwendig machen. Nokia sollte es gelingen, den Marktanteil im Netzwerkgeschäft spürbar auszubauen.

...Aktie ist unterbewertet.

Seit dem 22. Januar 2001 hatten wir Nokia zum Verkauf empfohlen. Jetzt aber stellen wir die Aktie zum Kauf. Fundamental sehen wir den fairen Wert bei 17 Euro.





Richard Windsor von Nomura Securities empfiehlt weiterhin, die Aktie zu verkaufen.

Deutliche Umsatzwarnung...

Nokia musste erneut seine Umsatzziele für das zweite Quartal 2002 nach unten korrigieren. Erschreckend schwach fällt die Prognose für die Netzwerksparte aus. Nokia rechnet hier nun mit einem Umsatzminus von 20 bis 25 Prozent statt nur fünf bis zehn Prozent. Wir erwarten weitere Einschnitte für Nokia Networks. Die hohen Fixkosten im Infrastrukturgeschäft drücken weiter auf die Margen. Im zweiten Halbjahr halten wir einen Ergebnisrückgang um fünf bis zehn Prozent im Infrastrukturgeschäft für wahrscheinlich.

...wir erwarten das Ende der Preisspirale...

Wegen der bisher stabilen Umsatzrendite von 22 Prozent sind die Finnen im Handygeschäft bisher von einem Ergebniseinbruch verschont geblieben. Mit aggressiver Preispolitik hat Nokia seinen Marktanteil in der Handysparte auf 38 Prozent geschraubt. Weiteren Spielraum, die Preise gegenüber den Zuliefern zu drücken, sehen wir nicht. Zudem halten wir die neuen Handymodelle 3410 und 3510 für nicht attraktiv genug. Die Margen dürften unter Druck geraten.

...Gewinnwachstum rechtfertigt nicht den aktuellen Preis der Aktie.

Mit einem durchschnittlichen Gewinnwachstum von 0,6 Prozent in den nächsten zwei Jahren und einem 2002er-KGV von 16 ist die Aktie zu teuer. Wir raten daher unverändert, die Aktie zu verkaufen.

Quelle: WirtschaftsWoche

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