Aufschwung wird langsamer
Kieler Institut reduziert Wachstumsprognose drastisch

Die Wirtschaft in Deutschland wird in diesem Jahr nur noch um 1.3 Prozent steigen, erwarten die Forscher.

ap KIEL. Das Institut für Weltwirtschaft in Kiel hat seine Wachstumserwartungen für Deutschland in diesem Jahr auf 1,3 % dramatisch nach unten korrigiert. Im Frühjahrsgutachten waren die deutschen Forschungsinstitute, zu denen auch die Kieler gehören, noch von 2,1 % ausgegangen. Für 2002 erwartet das Institut weiterhin ein Wachstum von 2,2 %. Die Zahl der Arbeitslosen dürfte im Schnitt 2002 mit 3,85 Mill. höher liegen als in diesem Jahr mit erwarteten 3,81 Mill..

Nach einem schwachen Start in das Jahr 2001 mit einem Bruttoinlandsprodukt von nur 1,4 % in den ersten drei Monaten dürfte die Grundtendenz im zweiten Quartal noch etwas schwächer gewesen sein, erklärten die Experten am Montag. Darauf deuteten Frühindikatoren wie Auftragseingänge im verarbeitenden Gewerbe sowie das Geschäftsklima hin. Die Industrieproduktion sei im April weiter zurückgegangen. Allerdings dürfte mit der günstigeren Witterung die Baukonjunktur wieder etwas angezogen haben. Alles in allem sei das BIP im zweiten Vierteljahr wohl nur wenig gestiegen.

In der zweiten Jahreshälfte sollte die Konjunktur nach Einschätzung der Experten aber allmählich wieder an Schwung gewinnen. "Wir rechnen damit, dass das gegenwärtige Stimmungstief bei den Unternehmen im Verlauf des Sommers überwunden wird und einem neuen Optimismus weicht", schrieben die Experten. Von den Ölpreisen seien keine weiteren dämpfenden Effekte zu erwarten. Auch andere Sonderfaktoren, die zur Erhöhung des Preisauftriebs beigetragen hätten, sollten entfallen. Der private Konsum solle anziehen und gegen Jahresende sollte dann die weltwirtschaftliche Erholung die Exporte stimulieren.

Im kommenden Jahr werde die Konjunktur durch eine kräftige Zunahme privater Konsumausgaben geprägt. Die Investitionsbereitschaft der Firmen werde angesichts verbesserter Absatzperspektiven wieder steigen.

Von der Geldpolitik seien bislang noch anregende Wirkungen auf die deutsche Konjunktur ausgegangen, hieß es weiter. Mit einer baldigen Zinssenkung der Europäischen Zentralbanken rechnen die Experten nicht. Für den Euro unterstellen sie eine deutliche Aufwertung gegenüber dem Dollar.



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