Aufseher insgesamt nicht überzeugt
Gerling: Verkauf der Rückversicherung stockt

Der Gerling-Konzern kommt mit dem Verkauf der in Abwicklung befindlichen Gerling-Konzern Globale Rückversicherungs-AG (GKG) an den Versicherungsmanager Achim Kann offensichtlich nicht weiter.

vwd BONN. Wie Thomas Steffen, Erster Direktor Versicherungsaufsicht, am Dienstag in Bonn auf der der Jahrespressekonferenz der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) sagte, gibt es zwar einige Fortschritte im Gerling-Konzept, es überzeugt die Aufseher aber noch nicht.

Ob die Probleme der Rückversicherung aufgrund schlechter Ratings, wie von Gerling angedeutet, auf einzelne Konzerntöchter durchschlagen werden, lasse sich aus Sicht der Aufsicht nicht beantworten. Gerling hatte in den vergangenen Wochen beklagt, dass die Ratingagentur Standard & Poor's insbesondere den Industrieversicherer herabgestuft habe, weil die Rückversicherungsproblematik infolge des stockenden Verkaufs noch nicht aus den Gerling-Büchern sei.

Die Bafin stehe in Kontakt mit den Erstversicherern des Kölner Konzerns und sehe dort noch keinen Grund einzugreifen, sagte Steffen. "Die Bafin ist nicht Verursacher des Problems, sondern das Problem kommt aus Gerling, und das Unternehmen muss damit klar werden," so Steffen. Gerling habe kein vernünftiges strategisches Konzept vorgelegt. Nach Einschätzung von Steffen besteht bei dem derzeitigen Gerling-Konzept die Gefahr, dass die Verpflichtungen gegenüber den Erstversicherungskunden "unter die Räder kommen".

Die Bafin hatte den Verkauf der GKG an Kann im Rahmen der so genannten Anteilseignerkontrolle untersagt. Gerling war gegen dieses Entscheids in einem Eilverfahren vor das Frankfurter Verwaltungsgericht mit der Begründung gezogen, die Aufsicht sei für den Verkauf eines Rückversicherers nicht zuständig. Die erste Instanz wurde gewonnen, nun hängt das Verfahren beim Hessischen Oberverwaltungsgerichtshof. Zudem ist eine Klage in einem Hauptsacheverfahren noch möglich.

Steffen betonte, dass die Bafin unverändert die Auffassung vertrete, im Rahmen des letzten Finanzmarktförderungsgesetzes und des internationalen Kontexts auch die Anteilseigenerkontrolle bei Rückversicherern durchführen zu müssen. Der Zug der Zeit gehe bei den Rückversicherern von der indirekten zur direkten Aufsicht, sagte Steffen. Künftig würden Rückversicherer intensiver beaufsichtigt. Die EU-Kommission bereite hierzu eine Richtlinie vor, die Ende 2003 zu einem ersten Ergebnis kommen werde. Zwei oder drei offene Fragen würden in Brüssel bis zur oder kurz nach der Sommerpause noch geklärt werden müssen.

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