Aufsichtsamt ermittelt nicht mehr gegen Schmids Ehefrau
Ausrüster von Mobilcom fürchten um Einnahmen

Bei den Netzausrüstern der am Neuen Markt notierten Büdelsdorfer Mobilcom AG geht die Sorge um, der Aufbau der neuen Mobilfunktechnik UMTS könne sich durch den Streit mit dessen zweitgrößtem Aktionär, France Télécom (FT), verzögern.

lip/slo HAMBURG/DÜSSELDORF. Dadurch würden bei den Ausrüstern womöglich bereits eingeplante Einnahmen zunächst ausbleiben. "Solange der UMTS-Investitionsplan mit den Franzosen nicht abgestimmt ist, scheint die ganze Sache noch etwas beunruhigend", erfuhr das Handelsblatt aus Kreisen der Netzausrüster.

Einige Netzlieferanten fürchten nun: Wenn es zu einer gerichtlichen Auseinandersetzung zwischen Mobilcom und FT kommt, könnten die Franzosen ihren deutschen Partner bis zu einer Entscheidung finanziell knapp halten und schon damit ihre weitaus günstigeren UMTS-Aufbaupläne weitgehend durchsetzen.

Auch das Büdelsdorfer Mobilfunkunternehmen gesteht das Risiko ein, dass die Netzausrüster möglicherweise Einnahmeverluste hinnehmen müssen, wenn die UMTS-Investitionen nicht wie geplant umgesetzt werden. "Ich gehe aber davon aus, dass die Verträge mit den Ausrüstern wie vorgesehen eingehalten werden", betont ein Mobilcom-Sprecher auf Anfrage.

Lieferanten berufen sich auf Verträge

Davon gehen auch die Netzlieferanten aus: "Wir haben Verträge mit Mobilcom, und die müssen eingehalten werden", heißt es offiziell. Details wollten die betroffenen Unternehmen aber nicht nennen. Der schwedische Konzern Ericsson und Nokia aus Finnland sollen für Mobilcom bis Ende 2003 für 1,4 Mrd. Euro ein UMTS-Netz aufbauen, das rund 25 % der Bevölkerung erreicht.

Vor zwei Wochen hatte France Telecom den Mobilcom-Vorstandsvorsitzenden, Gerhard Schmid, aufgefordert, die geplanten UMTS-Investitionen für 2002 und 2003 zeitlich weiter nach hinten zu strecken. Damit will der Staatsriese offenbar vermeiden, dass sein Schuldenberg von 65 Mrd. Euro weiter wächst. Der Konzern befürchtet ansonsten, dass die Ratingagentur Standard & Poor?s die Unternehmensbonität abstuft. Das hätte aber für FT negative Folgen: Denn die Hausbanken würden möglicherweise ihr milliardenschweres Kreditengagement bei den Franzosen neu bewerten.

Unterdessen beendete die Mobilcom-Aktie am vergangenen Freitag ihren tagelangen Abwärtstrend. Der Kurs stieg um 4 % auf 12,30 Euro. Grund für den Anstieg war, dass das Bundesaufsichtsamt für Wertpapierhandel offenbar keine Hinweise auf ein rechtlich unzulässiges Handeln von Schmids Ehefrau Sybille fand. Danach hat die Gattin des Vorstandschefs nicht gegen geltendes Recht verstoßen, als sie den Erwerb ihres 5 bis 6 %igen Aktienpaktes an Mobilcom nicht angezeigt hat.

Den eigentlichen Vorwurf von FT, nämlich die Frage, woher die Gattin des Mobilcom-Chefs das Geld für die Aktienkäufe hatte, konnte das Aufsichtsamt aber nicht aufklären. Das ist nun Gegenstand einer konzerninternen Untersuchung, die bis zum 7. März abgeschlossen sein soll.

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