Aufsichtsamt rügt Aktiengesellschaften für Informationspolitik
"Ad hoc" heißt oft zu spät

Das Bundesaufsichtsamt für das Wertpapierwesen (BaWe) hat die Informationspolitik vieler Aktiengesellschaften kritisiert.

dpa FRANKFURT/MAIN. Pflichtmitteilungen (so genannte Ad-hoc-Meldungen) seien unverzüglich und unabhängig von den Börsenhandelszeiten zu veröffentlichen, heißt es in einem Rundschreiben an alle börsennotierten Unternehmen. Das teilte die Behörde am Dienstag in Frankfurt mit. Im Jahr 2001 seien etwa 60 % aller verbreiteten Pflichtmitteilungen montags bis freitags zwischen sieben und neun Uhr veröffentlicht worden. Dass die darin gemeldeten Nachrichten sich erst um diese Zeit ereignet hätten, hält das BaWe für unwahrscheinlich. "Wir gehen davon aus, dass einige Unternehmen über Ereignisse, die nach Börsenschluss eintreten, erst am nächsten Morgen vor Beginn des Handels informieren", sagte eine Sprecherin.

So lange dürfen die Aktiengesellschaften nicht warten, stellt die Behörde klar. Außerdem darf ein Unternehmen eine Veröffentlichung nicht bis zum Ende des Börsenhandels aufschieben, wenn ein kursbeeinflussendes Ereignis während der Handelszeiten eintritt.

"Jede Information, die über längere Zeit zurückgehalten wird, kann für illegale Insidergeschäfte genutzt werden", erläuterte die Sprecherin. Das gilt auch außerhalb der Handelszeiten. Denn Anleger, die über internes Wissen verfügten, könnten ihre Kenntnisse schließlich auch außerhalb der Börsenzeiten nutzen. "Das ist über außerbörsliche Handelssysteme möglich".

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