Aufsichtsbehörde FCC gibt grünes Licht für Intermedia-Übernahme
Worldcom setzt aufs Internet

Der US-Telefonriese Worldcom plant einen Strategiewechsel. Künftig sollen nicht mehr alle Dienstleistungen aus einer Hand angeboten werden. Mit der Spezialisierung auf Firmenkunden und Internetdienstleistungen will Worldcom vom klassischen Telefongeschäft unabhängiger werden.

ASHBURN/VIRGINIA Der US Worldcom Inc. -Telekommunikationskonzern will in Zukunft verstärkt auf Angebote im Bereich Internet und E-Commerce setzen. "Wir bieten Zusatzprodukte und Dienstleistungen für unsere bestehende Infrastruktur. Das erscheint uns als Trend der Zukunft", sagte der neue zweite Mann bei Worldcom, Chief Operating Officer Ronald Beaumont dem Handelsblatt am Rande einer Strategiepräsentation im Worldcom-Standort Ashburn. Normale Telefongespräche werden dagegen immer weniger zum Umsatz des Unternehmens beitragen.

Worldcom ist wie der Rest der Branche unter Druck. Einst Liebling der Wall Street, war der Aktienkurs des zweitgrößten US-Ferngesprächsanbieters im vergangenen Jahr drastisch gefallen und hat sich seither nur leicht wieder erholt. Die Gründe: die am Widerstand der Kartellbehörden gescheiterte Fusion mit dem Konkurrenten Sprint Corp. und die rapide fallenden Preise für Ferngespräche. Bei der jüngsten Analystenkonferenz im vergangenen November hatte Vorstandschef Bernie Ebbers für 2001 zur Enttäuschung der Anleger ein geringer als erwartetes Umsatzwachstum von 7% bis 9% für das gesamte Unternehmen angekündigt.

Worldcom versucht jetzt, die Börse mit der Konzentration auf das wachstumsstarke Geschäft mit Datenübertragung und Internet zu überzeugen. So spaltete das Unternehmen die nur langsam wachsende Ferngesprächssparte als Geschäftsbereichsaktie (Tracking Stock) unter dem Namen MCI ab. Der Rest des Unternehmens konzentriert sich unter dem Namen Worldcom auf Datenübertragung, Internet, Telefongespräche für Firmenkunden und auf das internationale Geschäft.

Die Worldcom-Sparte will den Umsatz durch Internet-Dienstleistungen für Firmenkunden wie etwa Web-Hosting steigern, also die Ausgliederung von internen Internet-Abwicklungen bei Unternehmen. Daneben setzt Worldcom auf virtuelle private Netze (VPN), abgeschlossene Netze in Unternehmen. Weiter will das Unternehmen so genannte Web-Center anbieten, die Kundendienst über das Internet ermöglichen.

Um den Bereich Web-Hosting zu stärken, übernimmt Worldcom derzeit das Unternehmen Intermedia, was Worldcom eine Mehrheitsbeteiligung am führenden Web-Hosting Anbieter Digex brächte. Die Aufsichtsbehörde FCC hat am Mittwoch die Übernahme erlaubt. Digex-Aktionäre wollen die Akquisition aber gerichtlich stoppen.

Worldcom hat wie auch andere Firmen in der Branche einen deutlichen Strategiewandel vollzogen. Noch vor kaum mehr als einem Jahr galt als Mantra: Größe und ein möglichst umfassendes Angebot. US-Telekom-Unternehmen wollten dem Kunden alles aus einer Hand bieten - von Orts- und Ferngesprächen über Datenübertragung, Internet bis hin zum Mobilfunk. In den USA spielt das eine große Rolle, weil der Markt stark fragmentiert ist.

"Wir haben alle gedacht, ein Gesamtpaket von Angeboten wäre attraktiv für den Endverbraucher", sagt Beaumont. Das gelte eher für Privatkunden, nicht aber für Unternehmen, die Hauptklientel von Worldcom. Das neue Mantra der Branche heißt jetzt Spezialisierung. Für Worldcom bedeutet das, verstärkt Angebote im Bereich E-Commerce zu entwickeln.

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